Blankenburg sollte den Namenszusatz " Welfenstadt " tragen. Das schlägt ein Verein vor, der sich vor allem der Traditionen des ehemaligen Braunschweigischen Landkreises Blankenburg verpflichtet fühlt. Mit dem einprägsamen Namen könne die Werbewirkung vergrößert werden, meinen die Initiatoren.

Blankenburg ( euh ). Fast überall schmücken sich Städte mit prägnanten Beinamen. Die einen heißen Lutherstadt ( wie Wittenberg ), Bergstadt ( Clausthal-Zellerfeld ) oder ganz aktuell sogar Otto-Stadt ( Magdeburg ). Nun soll auch Blankenburg einen solchen Namenszusatz erhalten. Und zwar : " Welfenstadt ".

So wünschen es sich jedenfalls die Mitglieder eines Vereins, der sich gebildet hatte, als die Gebietsreform in der Region ihre größten Wellen schlug. Engagierte Bürger in Blankenburg und der Umgebung schlossen sich unter dem Namen " Verein zur Förderung der kulturellen und historischen Identität der Ortschaften des ehemaligen Braunschweigischen Landkreises Blankenburg " zusammen. Inzwischen hat sich für diese Vereinigung, die etwa 50 Mitglieder hat und noch mit dem Kürzel i. G. ( in Gründung ) versehen ist, der Name " Welfenverein " eingebürgert.

Die Idee zur Vereinsgründung beruht auf historischen Wurzeln. Bekanntlich war Blankenburg bis 1953 einmal Kreisstadt, zu der pro forma als " Restkreis Blankenburg " auch noch mehrere niedersächsische Ortschaften gehörten. In der Propstei Bad Harzburg der Evangelisch-lutherischen Kirche finden sich diese in der Harz- und Harzrandregion noch heute wieder.

" Es muss zusammenbleiben, was zusammengehört. Das ist unser erklärtes Ziel ", betont deshalb der Hüttenröder Andreas Pawel vom Vereinsvorstand. Unterstützt wird er unter anderem von Mike Neubarth ( Altenbrak ), Stefan Nitsch ( Blankenburg ) und Egon Lüdtke ( Treseburg ). Dabei gehe es dem Verein nicht um politische Ziele. Die Mitglieder kämen aus allen Gesellschaftsschichten oder Parteien und hätten somit die unterschiedlichsten Orientierungen.

Ein konkreter Vorschlag des Vereins ist nun, der Stadt Blankenburg den werbewirksamen Beinamen " Welfenstadt " zu geben. Der bereits bestehende Zusatz " Blütenstadt " habe hingegen aus ihrer Sicht kaum einen historischen Hintergrund und könne bestenfalls für die " Kernstadt Blankenburg " weiter Verwendung finden.

Zunächst solle der Vorschlag eine Anregung für den Blankenburger Stadtrat sein, der als erstes seinen Willen dazu bekunden müsse, meinen die Vorstandsmitglieder. Mit der Konstitution des im April neu zu wählenden Rates könnte dann der neue für alle Ortsteile geltende Namenszusatz eingeführt werden. Damit wäre auch eine engere Zusammenarbeit aller Orte verbunden, die auf eine gemeinsame Geschichte mit den Welfen zurückschauen. " Eine historische Chance, die auch teuren Werbekampagnen bei besserer Wirksamkeit zuvorkommen könnte ", meinen die drei Vorstandsmitglieder.

Der Welfenverein selbst, zurzeit noch in Treseburg und damit in einem Ortsteil der Stadt Thale ansässig, möchte unter dem Treseburger Mike Neubarth als Vorsitzendem seinen offiziellen Sitz baldmöglichst in die " Welfenstadt Blankenburg " verlegen.