In den Nachtstunden des 7. Februar sind in Halberstadt zwei Gaststätten ( Volksstimme berichtete ) abgebrannt. Bislang Unbekannte waren in das " Rolandeck " und in das " Da Bruno " eingebrochen und hatten Feuer gelegt. Gestern hat die Kriminalpolizei des Polizeireviers Harz in Halberstadt der Presse einen Ermittlungserfolg vorgestellt.

Halberstadt. Elf Tage nach den Einbrüchen und den Brandstiftungen im Café " Rolandeck " und im " Da Bruno " konnte die Kriminalpolizei des Polizeireviers Harz einen Ermittlungserfolg präsentieren. Fünf junge Männer aus Halberstadt im Alter von 19 bis 25 Jahren, die bei der Polizei keine Unbekannten sind, wurden festgenommen, wie Guido Sünnemann, Leiter des Revierkriminaldienstes, informierte.

Florian W. ( 19 ), Manuel P. ( 25 ), Michael F. ( 22 ), Klaus H. ( 23 ) und David S. ( 23 ) saßen in der Tatnacht wie fast jeden Abend zusammen, um ihren tristen Alltag ( arbeitslos ) im Alkohol zu ertrinken. Der ging irgendwann aus. Geld, um Nachschub zu kaufen, gab es keines.

Mit Feuer versucht, die Spuren zu beseitigen

Die Gruppe, so Guido Sünnemann weiter, zog angetrunken los – mit der Absicht, einen " Bruch " zu machen. Auf Beutesuche führte sie ihr Weg erst zum Café " Rolandeck ". Eine Polizeistreife schreckte sie dort jedoch vom Vorhaben ab. Die Männer suchten das Restaurant " Da Bruno " heim, wo man einbrach und anschließend Feuer legte. Dann ging es zurück zum " Rolandeck ", wo ebenfalls Spirituosen und andere Sachen mitgenommen und wie im " Da Bruno " Feuer gelegt wurde. In der Vernehmung gaben die Täter später an, mit dem Feuer Spuren vernichten zu wollen.

Damit kamen sie jedoch nicht weit. Im " Rolandeck " zerstörten sie einen Feuerlöscher. Ein Täter hinterließ im getrockneten Pulver einen Schuhabdruck, den die Ermittler sicherten. Bereits einen Tag später führte diese Spur zu den Einbrechern.

Ein junger Mann fiel in Halberstadt einer Polizeistreife auf, weil er zwei Fahrräder schob. Bei der Kontrolle stellten die Polizisten fest, dass das Schuhwerk des Mannes zum sichergestellten Abdruck passt. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Es folgte eine großanlegte Polizeiaktion, bei der Wohnungen durchsucht, insgesamt drei der mutmaßlichen Täter gestellt und das aus den Gaststätten gestohlene Diebesgut gefunden wurde. Das Trio zeigte sich geständig, berichtete Guido Sünnemann. Der

Fahndungsdruck sei schließlich so groß gewesen, dass sich zwei weitere Täter stellten.

" Die beiden Fälle haben uns einige Kopfschmerzen bereitet, weil wir bis dato diese Dimension in Halberstadt nicht kannten ", so Sünnemann.

Beim Brand im " Rolandeck " sei man ganz knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert. " Über dieser Gaststätte wohnen zwölf Menschen in altersgerechten Wohnungen, sie wären bei einem großen Feuer nicht mehr herausgekommen, dann hätten wir 12 Tote zu beklagen gehabt ", erinnert der Kripo-Chef. Dass dies nicht geschah, sei nur dem schnellen Einsatz der Halberstädter Feuerwehr zu verdanken.

Einer Katastrophe nur knapp entgangen

Die mutmaßlichen Täter bezeichnet Guido Sünnemann als " arme Würstchen ". Sie hätten keine Arbeit und keine Familie und versuchten, " ihre Probleme mit Alkohol wegzutrinken ". Einer hätte in der Vernehmung gesagt : " Ob ich hier rumlaufe oder im Knast sitze, da gibt es keinen großen Unterschied. Im Knast bekomme ich wenigstens Essen. "

Von den fünf Überführten sitzen vier vorerst hinter schwedischen Gardinen in Untersuchungshaft. Ein sogenannter Mitläufer, der Schmiere stand, wurde auf freien Fuß gesetzt.