Zahlreiche interessierte Eltern und zukünftige Schüler statteten der Thomas-Müntzer-Schule in Wernigerode am Sonnabend einen Besuch ab. Mit einem vielfältigen Programm und Engagement präsentierten sich Schüler und Lehrer beim Tag der offenen Tür von ihrer besten Seite. Wichtigstes Gesprächsthema war die von der SPD vorgeschlagene Schulreform.

Wernigerode. Um Punkt 10. 30 Uhr schließen sich die Türen der Aula. Die Stimmung im Saal ist ausgelassen. Kinder wippen auf den Stühlen, Eltern und Großeltern warten gespannt auf das bevorstehende Programm.

Es ist der Tag der offenen Tür an der Thomas-Müntzer-Sekundarschule in Wernigerode. Zur Begrüßung erwartet alle Interessierten ein halbstündiges Programm, welches von Lehrern und Schülern ausgearbeitet wurde.

" Sie werden spüren, mit welcher Begeisterung die Mädchen und Jungen dabei sind ", verspricht der stellvertretende Schulleiter Reinhard Röse. Von Sketchen über klassische Musik, einem Theaterstück bis hin zu einem Rap-Song, haben die Schüler keine Mühe gescheut, ihr Engagement und ihre Begeisterung für ihre Schule zum Ausdruck zu bringen, sind sich viele Besucher einig. " Eine neue Umfrage hat ergeben, dass fast 60 Prozent unserer Schüler gerne zur Schule gehen ", erklärt Reinhard Röse stolz. Dies seien 20 Prozent mehr als in anderen Einrichtungen.

Nach der Begrüßung warten auf den Gängen, in den geschmückten Klassenzimmern, sogar in der Schulküche Lehrer auf neugierige Eltern und zukünftige Schüler, um zu Kaffee und Kuchen einzuladen und weitere Fragen zu beantworten.

Wichtigstes Gesprächsthema auf allen Fluren ist die Schulreform, die derzeit in Magdeburg heiß diskutiert wird. Wenn es nach den Politikern der SPD und der Linken ginge, sollten Schüler zukünftig bis zur achten Klasse in einer festen Lerngemeinschaft bleiben und erst danach in weiterführende Schulen gehen. Die CDU will dagegen am aktuellen Modell festhalten.

Bei vielen Lehrern und Eltern trifft die Idee auf Zustimmung. " Je länger die Mädchen und Jungen in einer festen Klassengemeinschaft bleiben, desto mehr können sie zusammenwachsen und sich gegenüber Mitschülern und Lehrern öffnen ", sagt Lehrerin Bärbel Paukstat. Auch für die Pädagogen sei es so einfacher, Stärken und Schwächen des Einzelnen zu erkennen und individuell zu fördern. Ihre Kollegin Silke Neumann stimmt ihr zu. " Man darf die Kinder nicht zu früh aus ihrem Freundeskreis herausreißen ", sagt sie. Nur in einer starken Gemeinschaft könne sich jeder optimal entwickeln.

Gegen Mittag endet der Tag der offenen Tür an der Müntzer-Schule. Alle Beteiligten haben mit viel Engagement bewiesen, wie viel Spaß Schule machen kann, so lautet das Fazit der zahlreichen Gäste.