Halberstadt ( geg ). Dreizehn Tage lang war im November in den Rathauspassagen der Domstadt eine Ausstellung zu sehen. Darin präsentierten sieben Hobbyfotografen, die sich unter dem Namen " Harzlicht " zu einer Interessengemeinschaft digitale Fotografie zusammengeschlossen haben, ihre Bilder.

Doch das Ansinnen von Kerstin Baruth, Jens-Michael Erbrecht, Marko Gerloff, Michael Göhrndt, Alexander Kunze, Katy Moshake und Christian Toepfer war nicht allein, die Fotos der Öffentlichkeit vorzustellen, sondern die Bilder in einer Online-Auktion zu versteigern und den Erlös einem guten Zweck zukommen zu lassen.

Von zwölf ausgestellten Bildern wurden vier ersteigert. Dabei kamen 285 Euro zusammen. Die überreichten Marko Gerloff und Alexander Kunze mit Halberstadts Centermanager Enrico Burau an Dr. Katrin Tille, Referatsleiterin bei der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Das Geld soll für farbige Stirnfenster im südlichen und nördlichen Querhaus des Domes verwendet werden. Mit diesen werden die ausgebauten, ausgelagerten und im April 1945 bei der Bombardierung zerstörten bleiverglasten Fenster ersetzt.

Allerdings werden die Stirnfenster nicht nach alten Vorlagen gestaltet. Die Domstiftung hatte einen Wettbewerb ausgerufen, an dem sich sechs Künstler beteiligten. Der Entwurf des Wernigeröders Günter Grohs überzeugte die Jury. Seitdem werden Spender gesucht, die das erste Fenster finanzieren.

Rund 100 000 Euro sind für das Südquerhausfenster mit dem Thema " Offenbarung, Neuschöpfung " notwendig. Die Umsetzung erfolgt " scheibchenweise " und wird im Wesentlichen durch Spenden realisiert.

" Deshalb bieten wir das Fenster ‘ scheibchenweise ‘ für Spender und Stifter an ", erklärte Dr. Tille, " 135 Scheiben stehen zum Verkauf, aber auch kleine Spenden werden dankend entgegengenommen – damit soll das ‘ Kleeblatt ‘ im Maßwerk bezahlt werden. " Das Geld von der Bilderversteigerung wird in den großen Spendentopf einfließen.

Die farbigen Bleiglasfenster sind notwenig, um die Kunstwerke im Dom zu schützen. Denn das Licht schädigt solche wertvollen Stücke wie die spätromanische Triumphkreuzgruppe und die Sandsteinarbeiten des spätgotischen Lettners. Centermanager Enrico Burau nannte die Ausstellung eine Bereicherung und sagte, dass er immer wieder Kunden beobachten konnte, wie diese interessiert die Bilder anschauten. Marko Gerloff dankte im Auftrag des Teams " Harzlicht " dem Centermanagement und der Harzsparkasse für die Unterstützung der Aktion sowie TrendPunkt Werbung Blankenburg für die Produktion und das teilweise Sponsoring der Leinwandbilder, die die neuen Besitzer bekommen.