Traditionell zum Ende eines Jahres hält Wernigerodes Oberbürgermeister Rückschau auf die abgelaufenen zwölf Monate. Peter Gaffert berichtete im Gespräch mit der Harzer Volksstimme von Erfolgen und Hoffnungen, verschwieg aber Niederlagen und Zukunftssorgen nicht.

Wernigerode. " Das war für mich das erste komplette Jahr meiner Amtszeit ", resümierte Peter Gaffert einleitend.

Geprägt von Höhen und Tiefen sowie vielen neuen Herausforderungen, nannte Wernigerodes Oberbürgermeister dafür stellvertretend die Eingemeindungen von Schierke und Reddeber. Gaffert : " Beide Prozesse sind völlig unterschiedlich zu bewerten. " Während in Reddeber der Schritt " fast geräuschlos und ohne Probleme " vollzogen werden konnte, " beschäftigt uns Schierke in erheblichem Umfang ". Es besteht dort ein " riesiger Investitionsbedarf ". Der Rathauschef : " Unsere wirtschaftliche Lage ist nicht so, dass wir jedes Jahr Millionen Euro ausgeben können. " Allerdings hält er das erarbeitete Entwicklungskonzept für eine gute Basis, um den Ortsteil voranzubringen. Peter Gaffert : " Es hat erste Gespräche mit Investoren gegeben. " Und : " Das Interesse ist sprunghaft gestiegen, seitdem bekannt ist, dass Schierke zur Stadt gehört. "

Als geglückt bewertete der Oberbürgermeister die Zentralisierung der Verwaltung im " Neuen Rathaus " in der Schlachthofstraße. Die meisten Mitarbeiter konstatierten bereits nach wenigen Wochen, dass sich die Bedingungen für sie verbessert haben.

" 11 Millionen Euro in Bauten investiert, das ist eine stolze Summe "

Anerkennung zollte Peter Gaffert den unverändert " erfolgreichen Töchtern ", wie der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft und den Stadtwerken. Ebenfalls glücklich ist er über die positive Entwicklung der Krellschen Schmiede und die Verlängerung der finanziellen Absicherung des Philharmonischen Kammerorchesters durch das Land um weitere drei Jahre. Bei dem Ensemble " ist es an uns, über Folgemodelle nachzudenken ". " Gut gelaufen " sind auch die Veranstaltungen zu 20 Jahre Partnerschaft mit Neustadt an der Weinstraße und 20 Jahre Mauerfall. Johannes-Brahms-Chorwettbewerb und -festival sowie das Harzfest haben Wernigerode wieder überregional in den Blickpunkt gerückt.

Für den Bausektor vermerkte der Verwaltungschef, dass hier rund 11 Millionen Euro eingesetzt wurden. Gaffert : " Das ist eine stolze Summe. " Damit konnten Projekte wie der Eisenberg, die Schmatzfelder und die Halberstädter Chaussee sowie die Fußgängerinsel im Ortsteil Benzingerode realisiert werden. Zudem wurden durch das K II-Paket des Bundes das Rathausdach zum Teil neu eingedeckt und in den Kindertagesstätten Flucht- und Rettungswege installiert. Peter Gaffert : " Die Auflagen gehen teilweise an die Grenzen des Machbaren. Andererseits ist das eine unbestrittene Pflichtaufgabe, an der man keine Abstriche zulassen darf. "

Trotz Krise hat es in Wernigerode fast keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, zeigte sich das Stadtoberhaupt dankbar. Seiner Einschätzung nach " haben das die Firmen offensichtlich gut managen können ". Zudem wurden durch Unternehmen wie KSM Castings und Wergona Millionen Euro in neue Anlagen investiert. Ganz aktuell hat sich darüber hinaus MWG stabilisiert, einen Teilbetrieb in Osterwieck erworben und seinen Sitz nach Wernigerode zurückverlegt.

" Auch eine

Enttäuschung

bedeutet einen

Schritt nach vorn "

" Den Nichtkauf des Schanzenhauses habe ich verkraftet ", verhehlte der Rathauschef im Übrigen keineswegs, dass für ihn persönlich nicht alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Aber, so der Oberbürgermeister : " Auch eine Enttäuschung, wenn sie gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt nach vorn. "

Für 2010 gestand Peter Gaffert schließlich : " Klar wird das Geld knapp. " Dennoch : " Das bedeutet aber nicht einen freien Fall, sondern, sagen wir, eine Delle. " Übrigens