Die Elterninitiative zur Errichtung eines Waldorf-Kindergartens in Wernigerode ist ihrem Ziel einen großen Schritt näher gerückt. Am Gießerweg 11 haben die Bauarbeiten dafür begonnen. Offizielle Eröffnung der rund 240 000 Euro teuren Einrichtung soll am 1. April 2010 sein.

Wernigerode. Nur 50 Meter von der Stelle entfernt, wo einst die Beschäftigten des Elektromotorenwerkes ihre Sprösslinge wohl behütet wussten, entsteht jetzt ein Waldorf-Kindergarten. Am Gießerweg 11 sind Bauleiter Rudolph Koehler und sein Team derzeit damit beschäftigt, an dem über 70 Jahre alten Gemäuer Dachpappe abzureißen, Fensterbzw. Türöffnungen auszustemmen und Zement anzurühren.

Bereits seit Mai hatten die Mütter und Vater den Eingeschosser und das etwa 2500 Quadratmeter große Grundstück am Galgenberg beräumt, berichtet Dr. Matilde Sophie Groß von der Elterninitiative. Über 300 Arbeitsstunden wurden bisher geleistet. Zunächst können in der Einrichtung 20 Mädchen und Jungen im Alter ab zwei Jahren betreut werden. Eine spätere Erweiterung auf 40 Plätze ist gewollt. Die Beiträge werden mit denen in den städtischen Einrichtungen identisch sein. Allerdings ist es erwünscht, dass die Eltern dem in Thale beheimateten Trägerverein beitreten.

Bei rund 240 000 Euro sollen die Baukosten nach den Berechnungen der mit dem Projekt betrauten Quedlinburger Firma liegen. Davon stammen 72 500 Euro aus dem Konjunkturprogramm II für Wernigerode. Die Eröffnung, so die Mutter zweier Kinder, ist für den 1. April 2010 vorgesehen.

Matilde Sophie Groß : " Das Waldorf-Konzept sieht vor, Kinder mit all ihren Anlagen zu fördern. In einer natürlichen Umgebung und mit einfachen Spielmaterialien, die sich vielseitig verwenden lassen. " So spielen die Kleinen z. B. mit Kastanien, Kissen, Tüchern, Klötzchen, Körben und entwickeln dabei ihre eigene Kreativität. Wie in einer großen Familie fungieren die Erzieher als Vorbild. Sie sind immer in Aktion und erfüllen alltägliche Arbeiten, die die Kinder neugierig verfolgen, wie Kochen, Handwerken, Gartenbau, Spielzeugbasteln und Musizieren. Ein fester Rahmen im Tagesund Wochenlauf vermittelt ihnen zudem Sicherheit und Geborgenheit. DieWernigeröderin : " So gibt es im Waldorf-Kindergarten wöchentlich einen Wander-, Back- und Maltag. " Dabei wird den Mädchen und Jungen die Möglichkeit geschaffen, die Welt in einfachen, für sie nachvollziehbaren Zusammenhängen zu begreifen.

Bereits am Sonnabend, 14. November, von 10 bis gegen 13 Uhr haben Interessenten die Gelegenheit, sich vor Ort an einem Familien-Bautreffen zu beteiligen. Matilde Sophie Groß : " Die Kleinen dürfen nach Herzenslust mithelfen, Knüppelbrot braten und basteln. "

Wer mehr zur Pädagogik und zum Waldorf-Kindergarten erfahren möchte, der ist außerdem am Mittwoch, 18. November, ab 20 Uhr im Bio-Bistro " Biotopf ", Marktstraße 13, willkommen. Die Wernigeröderin : " Wir können dort dann schon jemanden vorstellen, der für die Betreuung der Kinder in der engeren Wahl ist. "