Die " Lernstatt Wernigerode " ist seit kurzem im Vereinsregister eingetragen, hat seit diesem Monat ein Domizil und reichlich Ideen. Wie die Vorständler Diether Schmegner und Ludwig Hoffmann erklären, sind nun weitere Mitstreiter und Projekte gefragt. Das Ziel ist, Kinder und Jugendliche für den Umgang mit Naturwissenschaften sowie Technik zu begeistern und dabei ihre Talente zu fördern.

Wernigerode. " Noch ist nichts zu sehen ", sagt Ludwig Hoffmann, und eine Spur der Entschuldigung schwingt in seinen Worten. Es ist nun mal nicht seine Art, " über ungelegte Eier zu gackern ". Diether Schmegner stimmt ihm beim Rundgang durch die noch leeren Räume in der Wernigeröder Marktstraße 18 zu : " Es ist nichts Fertiges da, aber wir wollen zeigen : Jetzt kann es losgehen !" Was soll losgehen ?

Die Lernstatt – diese Schreibweise nimmt eine Anleihe am Wort Werkstatt – soll ein Ort sein, an dem sich Mädchen und Jungen mit Begeisterung naturwissenschaftlichen Themen widmen. Im Blick haben Hoffmann und Schmegner dabei vor allem die sogenannten MINTFächer. Schüler der fünften bis elften Klassen sollen sich in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ausprobieren können, auch Spaß daran haben. Darum habe sich der Verein bewusst für ein Domizil außerhalb der Schule entschieden – weit weg von Zensuren und Notenpunkten.

Schwieriger Weg ohne heimische Wirtschaft

Die Idee für diese Lernstatt geistert in den Köpfen des Ex-Oberbürgermeisters und des früheren Teutloff-Chefs schon seit Monaten umher. Wobei sie unumwunden zugeben, das Havelberger Schüler-Institut Siti ( dem inzwischen ein Erfinder-Club und das erste Junggründerzentrum Sachsen-Anhalts und das Technik-Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt angehören ) sei geistiger Pate gewesen. Auch im Harz sollen junge Leute auf der einen sowie Technik und Wirtschaft auf der anderen Seite keinen Gegensatz bilden. Hoffmann möchte über die Begeisterung hinaus einen Berufs- oder Studienwunsch befördern, der der heimischen Industrie dabei hilft, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Und Schmegner weist darauf hin, ohne die Unterstützung der heimischen Wirtschaft werde die Lernstatt nur schwer zum Erfolgsmodell.

Obwohl mit dem Stadtfeldund dem Hauptmann-Gymnasium erste Partner gefunden sind, sollen sich Verantwortliche in anderen Schulformen ebenso angesprochen fühlen, sich in die Projekte einzubringen. Hoffmann zufolge brauche es diese Partnerschaft, da die Schulen am ehesten von den Talenten ihrer Schützlinge wüssten. Wollten Pädagogen und Lehrausbilder ehrenamtlich die Arbeitsgemeinschaften, Kurse oder Gilden – wie immer man die Beschäftigung bezeichnen mag – betreuen, so sei dieses Engagement herzlich willkommen. Den Vereinsvorständlern liegt zudem der Hinweis am Herzen, dass sie sich nicht als Konkurrenz zum Schüler-Freizeit-Zentrum verstehen. Mit dem Internationalen Bund sei besprochen worden, dass die Lernstatt eine Ergänzung biete.

Keine Konkurrenz zum Schüler-Zentrum

Vereinschef Diether Schmegner zufolge, möchte man den organisatorischen Rahmen, die sächlichen Bedingungen schaffen. Um jedoch das Projekt mit Leben erfüllen zu können, dafür seien viele Mitstreiter erforderlich. Wird die Lernstatt vielleicht zur Harzer Keimzelle für Jugend forscht, oder finden sich Computerexperten, die dem noch jungen Verein eine Internet-Präsenz verschaffen ? Auch Ludwig Hoffmann kennt die Antworten auf diese Fragen nicht. Noch nicht.