Die Sporthalle an der Johann-Sebastian-Bachstraße wird saniert. Gestern haben die Abrissarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude begonnen. Dem vorangegangen sind jahrelange Bemühungen, die im Mai in einer " Turnhallen-Demo " von 500 Hauptmann-Schülern, Lehrern und Eltern eskaliert waren. Im Juni hatte der Kreistag eine Sanierung mit Hilfe des " Konjunkturpaketes " beschlossen.

Wernigerode. Statt Trillerpfeife " regiert " seit gestern das Brecheisen in der Sporthalle. Obwohl fraglich ist, ob diese Unterrichtsstätte diese Bezeichnung zuletzt überhaupt noch verdient hat. Das Landesverwaltungsamt hatte wegen selbst für jeden Laien unübersehbarer Mängel bereits eine Verbotsliste für den Unterricht erstellt : Ballspielen, Laufen oder die Kletterstange benutzen waren allesamt wegen zu hoher Unfallgefahr untersagt.

Schüler und deren Elternvertretungen forderten seit Jahren Abhilfe, doch die Kreisverwaltung musste ein ums andere Mal das Projekt verschieben, weil die Kassen leer und Förderanträge regelmäßig abgelehnt worden sind.

Im Frühjahr eskalierte die Situation um die vom Gerhart-Hauptmann- und Landes-Musikgymnasium genutzte Sporthalle in einem Protestzug von 500 Demonstranten : Weil die erneut geplante Sanierung von einer Prioritätenliste kurzerhand gestrichen worden war, stellte der Schulelternrat um Cary Barner dem Landrat ein Ultimatum. Das ignorierte Michael Ermrich ( CDU ) erwartungsgemäß und ließ durchblicken, einige Akteure benutzten das Thema für ihren Kommunalwahlkampf.

Das sogenannte Konjunkturpaket ermöglicht jetzt die Sanierung der Halle, die als zweitälteste im Land gilt. Hauptmann-Schulleiter Rainer Schulz zum Sanierungsstart : " Wir alle, Schüler, Eltern und Lehrer, sind erleichtert, dass nach langem Ringen die Arbeiten beginnen konnten. Und das trotz der bekannt angespannten Haushaltssituation, dafür danken wir dem Land, der Kreisverwaltung und auch den Mitgliedern des Kreistages. "

Für 840 000 Euro ( davon stammen 105 000 Euro aus der Kreiskasse ) wird die Halle bis Oktober 2010 hergerichtet, aus Kostengründen ( noch ) nicht die Außenanlage. Das 1871 erbaute Gebäude ist übrigens, so Schulz, die einzige Fachwerk-Turnhalle, die noch immer für den Sport genutzt werde. Darum seien hohe Denkmalschutzauflagen zu beachten.