Der erste heftige Herbststurm hat einmal mehr deutlich gemacht, dass der Gelbe Sack doch arge Nachteile hat. Zerrissen, flogen die Tüten in Fetzen samt Inhalt umher, Straßen und Plätze glichen Müllkippen. Der Ruf nach der Gelben Tonne wurde wieder laut. Doch auf dieses Sammelsystem für Verpackungsmaterial müssen die Bewohner im Harzkreis noch für Jahre verzichten.

Wernigerode. Ist die gelbe Plastiktüte dem Brockenwanderer ein Freund, wird sie aller zwei Wochen den Leuten im Tal zum Feind. Besonders am Dienstag nach dem ersten heftigen Herbststurm. Überall flatterten zerrissene Sammelbehälter für Verpackungsmaterial mit den grünen Punkt umher, Straßen und Plätze glichen wilden Müllkippen. Die Mannen von der Abfallwirtschaft hatten mächtig zu tun, wirklich jeden Plastikschnipsel wieder einzusammeln, schafften sie kaum. " Die dünnen Dinger taugen einfach nichts ", schimpfte ein Wernigeröder und forderte : " Sie sollen uns endlich die Gelbe Tonne geben. " Das tun sie aber nicht.

Erst in der Vorwoche auf der Verwaltungsratssitzung der Entsorgungswirtschaft des Harzkreises, Anstalt des öffentlichen Rechts, wurde beschlossen, die bisherige Vereinbarung mit dem Dualen System Deutschland ( DSD ) zu verlängern. Demnach wird die DSD GmbH Köln auch in den nächsten vier Jahren den Gelben Sack im Harzkreis als Sammelsystem für die leichten Verkaufsverpackungen anbieten. Die Harzer haben das Tauziehen um die Gelbe Tonne verloren. Sie sei in Betracht gezogen worden, sagte der Geschäftsführer der Entsorgungswirtschaft, Michael Dietze, auf Nachfrage der Harzer Volksstimme, jedoch nur für den " halben Harzkreis ". Genauer gesagt, für den nördlichen Bereich. " Im Vorfeld hatten wir alle Verwaltungen diesbezüglich um eine Stellungnahme gebeten. " Während Halberstadt die Umstellung auf die 240-Liter-Tonne favorisierte, " haben die Stadtverwaltungen in Wernigerode und Quedlinburg sie abgelehnt ". Dietze fügte hinzu : " Mit Bedauern " und nannte als Hauptgrund : In den engbebauten Altstädten würden für die Gelbe Tonne Abstellplätze fehlen. Somit sei dieses System nicht für alle Haushalte geeignet. " Die Abfuhr zweigleisig zu organisieren, ist unmöglich. " So blieb dem Verwaltungsrat nur die Chance, wenigstens im Vorharz künftig die Tonne anzubieten. Doch darauf ließ sich DSD-Gesellschaft gar nicht ein. " Unsere Position ist einfach zu schwach, um die laut Verpackungsverordnung nicht zulässige Regelung, dass unterschiedliche Systeme in einem Verbandsgebiet angewendet werden, zu kippen ", gestand Dietze. Einziger Trost : " Das Unternehmen hat uns zugesichert, sich dafür einzusetzen, dass die Reißfestigkeit der Gelben Säcke verbessert wird ". Aber : " Stabilere Tüten gibt ‘ s erst ab 2011. "