In der Osterwiecker Altstadt beginnen heute die Dreharbeiten für einen Goethefi lm. Die Kulissen dafür wurden schon Wochen vorher aufgebaut. Eine weitere Konsequenz daraus ist die Verlegung des Osterwiecker Wochenmarktes. Von Mario Heinicke

Osterwieck. Der Bereich in der Osterwiecker Altstadt um die Rosmarinstraße herum ist nicht wiederzuerkennen. Die Bühnenbauer für den Goethe-Kinofilm haben ganze Arbeit geleistet und die Umgebung samt Hausan strichen in die Zeit vor 240 Jahren zurückversetzt. Kleine und große Kulissenbauten verbergen die moderneren Gebäude. Das erst im Sommer frisch gestrichene Haus Mittelstraße 13 wurde mit Kreide abgedunkelt. Die Maler waren Spezialisten aus Potsdam-Babelsberg. Das Pflaster der Rosmarinstraße ist unter einer Schicht aus Sand und Erde verschwunden.

Von heute bis Sonn abend werden hier Szenen des Goethe-Kinofilms gedreht. Dazu werden auch die Hauptdarsteller Alexander Fehling als Goethe, Miriam Stein als Lotte und Moritz Bleibtreu als Vorgesetzter und Lotte-Verlobter nach Osterwieck kommen. Im Film gelangen sie allerdings nach Wetzlar, damals wohl eine ähnlich ruhige Kleinstadt wie Osterwieck heute. Gedreht wird in der Ilsestadt vor mehreren Kulissen. So werden Kutschen fahren, wird für eine Szene ein Jahrmarkt aufgebaut sowie in der Tanne, die auch ohne Make-up wie um 1770 aussieht, ein Perückenmacher arbeiten.

Damit die Vorbereitungen der Dreharbeiten reibungslos verlaufen konnten, wurde der freitägliche Wochenmarkt auf das Gelände der früheren Druckerei in der Bahnhofsstraße verlegt. " Als einer der größten Arbeitgeber in der Stadt wollen wir gern kurzfristig aushelfen ", sagte Thomas Sickel, Geschäftsführer der Borek Kommunikation. Die Händler, die bisher am Marktplatz standen, freuen sich da rüber, weiß Ordnungsamtsleiter Rüdiger Brandt. Die Händler werden gleich vorn in der Einfahrt auf dem Druckereihof stehen. Geöffnet ist der Wochenmarkt auch hier von 8 bis 13 Uhr. Dieser neue Standort wird vorerst bis 16. Oktober bleiben, bis die Filmkulissen in der Altstadt wieder abgebaut sind. Doch da die Stadt sowieso über einen neuen Wochenmarkt-Standort nachdenkt, könnte es auch sein, dass die Händler dort an der Bahnhofstraße bleiben.

Ohne Verlegung des Wochenmarktes würde stest an jedem Freitag wohl das totale Verkehrschaos in der Osterwiecker Altstadt ausbrechen, sind die Neukirchenstraße, Tralle, Rosmarinstraße und Nikolaistraße derzeit nur noch Sackgassen. Zum Wochenmarkt wäre zusätzlich noch die Kapellenstraße " abgeschnitten " gewesen.