Brocken ( jko / tk ). " Töricht und unnötig " sei er, der Ost-West-Streit um den Oberharz-Namen. Das erklärte gestern mit Gerhard Glogowski ein prominenter Niedersachse beim " Brockenstammtisch ".

Der SPD-Politiker war acht Jahre lang bis 1998 in Hannover Innenminister, dann knapp 14 Monate als Schröder-Nachfolger Ministerpräsident. Glogowski zufolge bestehe zwischen der niedersächsischen Samtgemeinde und der künftigen Oberharz-Stadt in Sachsen-Anhalt " keine Verwechslungsgefahr ".

Das Thema beim Treff auf dem höchsten Harzgipfel lautete " 20 Jahre Fall der Mauer ". Zwei 3. Programme der ARD haben davon erstmals auf dem Brocken gemeinsam eine Radiosendung produziert. Darin äußerte sich Glogowski auch zur Zeit unmittelbar nach der deutschen Einheit. Die Verwaltungen im Osten hätten " ein neues System übergestülpt " bekommen, deswegen sei die Hilfe aus dem Westen notwendig gewesen. Dieser Einschätzung stimmte mit Michael Ermrich der erste Wernigeröder Oberkreisdirektor nach der Wende zu. Der heutige Harzer Landrat und CDU-Politiker : " Wir haben diese Hilfe gebraucht. Es war gut, dass uns schnell und oft völlig unbürokratisch geholfen wurde. "

Übereinstimmung beider auch bei der Bewertung des seit 1989 Erreichten : Die Regionen nicht nur im Harz, auch am einstigen sogenannten Zonenrand pflegten vielfältige und gute Beziehungen und Formen der länderübergreifenden Zusammenarbeit : Natur- und Nationalpark, im Tourismus. Der Fußball begeisterte Braunschweiger Ehrenpräsident Gerhard Glogowski : " Fans vom 1. FCM und von Eintracht sind gute Freunde, und nicht nur Magdeburger sind bei uns in Braunschweig willkommen. "