Neuwerk. Eine Dampflok samt Lokschuppen und viel Bahnnostalgie hat die Besucher des alten Bahnhofs an der Bundesstraße 27 in Neuwerk zum Tag des offenen Denkmals erwartet. Bis Sonntagmittag zählte Rolf Borchert rund 60 Interessierte. Kurz vor 10 Uhr sei er zum Bahnschuppen gekommen und dort hätten bereits sechs Bahn-Enthusiasten auf ihn gewartet. Nur durch die Straßenbauarbeiten zwischen Rübeland und dem Ortsteil seien wohl einige Besucher abgeschreckt worden. Zu den Vorbereitungen für den besonderen Tag sagte der Vorsitzende des Fördervereins Rübelandbahn : " Ich richte meinen Urlaub so ein, dass ich am Tag des offenen Denkmals da bin. "

Und was erwartete die Besucher im Lokschuppen und davor konkret ? Unter anderem konnten Interessierte die Hebel eines Stellwerks bewegen, die alte Abfahrtstafel des Bahnhofs Wegeleben bewundern sowie einiges zur Geschichte der Rübelandbahn auf Informationstafeln nachlesen. Vergessen werden darf dabei nicht das Prunkstück, die Dampflok " Mammut ", in deren Führerstand die Gäste klettern konnten. Seit 1997 zeigt der Verein die Lokomotive der sogenannten " Tierklasse ". Diese sei auf der Strecke von Blankenburg nach Tanne unterwegs gewesen, erläuterte Borchert, der von 1964 bis 66 Fahrdienstleister in Rübeland war. Mit ihren rund 2000 Pferdestärken sei sie damals eine der stärksten " Zugmaschinen " der Deutschen Reichsbahn gewesen. Bevor die Lok zurück in den Oberharz kam, stand sie einige Zeit in Staßfurt im Freien, erläuterte der Vorsitzende. Durch Wendewirren sei die " Mammut " dort hingekommen. " Sie sah aus wie ein Fragment ", erinnerte sich Borchert noch genau. Unter anderem fehlten Lampen, Handräder und die Signalpfeife. Bevor die 1919 gebaute Lok zum Rübeländer Verein gelangte, sei sie im Bahnbetriebswerk Blankenburg noch einmal aufgemöbelt worden.

Wer verpasst hat, am Tag des offenen Denkmals den Lokschuppen und die Dampflok zu besichtigen, der hat an jedem letzten Sonnabend von März bis Oktober in der Zeit von 10 bis 18 Uhr die Möglichkeit, den Besuch nachzuholen.