Wernigerode ( ru / im / jmü ). Betretene Mienen bei der Wernigeröder SPD. Gut 20 Mitglieder des Ortsvereins hatten sich im " Alten Amtshaus " versammelt, um gemeinsam die Hochrechnungen zu verfolgen.

" Das ist ein bitterer Abend für die Wernigeröder Sozialdemokratie ", konstatierte Siegfried Siegel vom Vorstand. Und : " Es ist zu befürchten, dass die Raffkes jetzt die Oberhand kriegen. " Prof. Dr. Armin Willingmann klang sogar etwas sarkastisch. Der Stadtrat : " Auf sieben fette Jahre folgen sieben magere Jahre. " Erstere habe es unter Rot / Grün gegeben. Im Übrigen biete die Opposition jetzt die Gelegenheit, um " sich zu regenerieren ".

" Glücklich kann

man damit

nicht sein "

" Glücklich kann man damit nicht sein ", stellte Rainer Schulze fest. Der Fraktionschef der Partei im Stadtrat gab sich gleichzeitig kämpferisch : " Wir werden unsere Ziele nicht aufgeben. " Ralf Mattern, Vize-Vorsitzender des Ortsvereins und Pressesprecher, zeigte sich betroffen : " Ich fürchte, dass soziale Gesichtspunkte keine Rolle mehr spielen werden. " Gleichzeitig solle man sich erinnern, wie Deutschland nach der Kohl-Regierung ausgesehen habe. Den anschließenden Aufschwung habe die SPD entscheidend mitgeprägt.

Ausgelassene Stimmung hingegen im " Green Monkey ". Hier verfolgten rund 30 Linke aus Wernigerode und Umgebung die Ergebnisübertragung am Bildschirm. Die Quote, die zu diesem Zeitpunkt bundesweit um 12, 5 Prozent schwankte, wertete Dieter Kabelitz als Erfolg. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion : " Unsere Themen haben überzeugt, angefangen vom Nein zum Afghanistankrieg, zur Rente mit 67 sowie weg mit Hartz IV und den Regularien bei Finanzen. " Freude auch darüber, dass die Linken in den Landtag von Schleswig-Holstein eingezogen sind. " Damit sind die Linken nun in 14 von 16 Landtagen vertreten ", ergänzte Stadtratsmitglied und Pressesprecher Christian Härtel. Die Niederlage der SPD kommentierte Dieter Kabelitz kurz : " So ergeht es einem, wenn man die sozialen Belange der Bevölkerung vergisst. "

Trotz aller Freude auch nachdenkliche Stimmen wie vom Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Schönfelder : " Eine Koalition von CDU und SPD wäre mir lieber als die von Schwarz / Gelb. Mit den Sozialdemokraten hätten wir unsere Ideen eher umsetzen können. "

Nur zufriedene Gesichter im " Alten E-Werk ". Die Christdemokraten feierten ihren Erfolg. " Ich hatte den richtigen Riecher und auf Schwarz / Gelb gesetzt ", sagte Karsten Knolle. Der Ex-Europaabgeordnete gehörte zu den ersten CDU-Mitgliedern, die in Blankenburg die Auszählung live beobachteten.

" Auf der großen

Linie äußerst

zufrieden "

Im Laufe des Abends füllte sich immer mehr der Saal, um auch den Einzug der Harzer Direktkandidatin Heike Brehmer zu feiern. Die Landtagsabgeordnete Angela Gorr zeigte sich vor der kompletten Auszählung " verhalten zufrieden " und drückte ihrer Parteifreundin weiter die Daumen. Was den Bund anbelange, so die Wernigeröderin, sei man insgesamt " auf der großen Linie " äußerst angetan von dem erreichten Erfolg.