Benneckenstein. Zum mittlerweile elften Treffen waren am vergangenen Wochenende rund 80 Freunde und Züchter des Affenpinschers an die Waldschneise bei Benneckenstein gepilgert.

Mitgebracht hatten sie zirka 65 Tiere dieser besonderen Hunderasse. Angereist sind die Hundeinteressierten aus ganz Europa, informierten Anita Gruschwitz und Ina Denda von der " Gemeinschaft zum Erhalt des Affenpinschers " und selbst Züchterinnen der kleinen Hunde. Mit dabei waren unter anderem Teilnehmer aus Schweden, Holland, Luxemburg und Tschechien. Benneckenstein sei an dem Wochenende der Ort, an dem die meisten Affenpinscher ganz Europas zusammenkämen, so die beiden.

Auf dem Programm standen bei dem Treffen unter anderem ein Tierarzt-Vortrag, Filmvorführungen und ein Fotowettbewerb. Bei letzterem hätten die Freunde der " Äffchen " mehr als 60 Fotos eingereicht, erläuterte Gruschwitz. Jedes Jahr werde ein bestimmter Aspekt in den Vordergrund gehoben. Diesmal ging es auch um die Zuchteignung und gesundheitliche Belange sowie die Fellpflege. Die müsse man einmal sehen, um zu wissen wie es gehe, fügte eine der Organisatorinnen an.

Höhepunkt des diesjährigen Treffens war das fünfte Harzer Affenpinscherrennen am Sonntagnachmittag, dem zweiten Veranstaltungstag. Um dafür fit zu sein, schickten die Züchter ihre Tiere bereits am Sonnabend zum Training auf die Graspiste. Unterschieden werde dabei nach Altersklassen, erläuterte Ina Denda. Bei den Junioren hätten Hunde, die nicht älter als 15 Monate seien, Starterlaubnis. Bei den " Erwachsenen " würden Affenpinscher von 15 Monaten bis acht Jahren auf die Bahn geschickt. Tiere, die älter als acht Jahre sind, könnten in der Seniorenklasse an den Start gehen.

" Ich hoffe, dass

die Rasse überlebt "

Warum sei für dieses europäische Treffen eigentlich der Harz und Benneckenstein gewählt worden ? Hauptgrund sei die gute Erreichbarkeit, erläuterte Gruschwitz. Die ersten zwei Treffen seien noch als private Initiative in Sachsen abgehalten worden. Zu den Zusammenkünften Nummer drei, vier und fünf seien die Affenpinscher-Freunde dann bereits schon in den Harz, aber noch nach Rothesütte gereist. Erst seit sechs Jahren träfen sich die Züchter und Interessierten an der Waldschneise bei Benneckenstein. Und es würden von Jahr zu Jahr mehr, freuten sich Denda und Gruschwitz.

Denn es geht auch um den Erhalt dieser ältesten deutschen Kleinhunderasse, die einst als wendiger Ratten- und Mäusejäger gezüchtet wurde. In Deutschland seien im vergangenen Jahr nur acht Weibchen und 18 Rüden geboren worden, zählte die Züchterin auf. Und das reiche nicht, um die Rasse zu erhalten. Gruschwitz : " Sie muss aktiv gezüchtet werden, sonst ist sie einfach weg. " Allein der Name Affenpinscher klinge nicht modern. Auch gebe es eine Abneigung gegen schwarze Hunde. Das sei ein Nachteil des Zuchtstandards, der für Deutschland seit dem Jahr 2000 eine schwarze Fellfarbe vorschreibe. Anita Gruschwitz : " Ich hoffe, dass die Rasse überlebt. "

Aber auch in anderen europäischen Ländern sei die Situation für die Affenpinscher kritisch. So reiste Guy Wambach aus Luxemburg mit insgesamt drei Hunden an. Das seien alle " Äffchen ", die es in ganz Luxemburg gebe, erklärte der Züchter. Dabei seien die Affenpinscher keine Sofapüppchen, wie Denda betonte, sondern eine aktive Rasse, mit der auch Turnierhundesport betrieben werden könne.