Gut 300 Zuschauer erlebten am Freitag auf Schloss Wernigerode die Premiere von " Così fan tutte " als Höhepunkt der diesjährigen Schlossfestspiele. Regisseur, Dirigent und " Schlossherr " zeigten sich nach der Aufführung begeistert.

Wernigerode. " Ich brauche gutes Wetter, denn Rest schaffen wir selbst ", hatte Christian Georg Fuchs vor der Premiere am Freitagabend gesagt. Der Wunsch des Regisseurs wurde erhört. Im Hof des Wernigeröder Schlosses erlebten gut 300 Zuschauer die Mozart-Oper " Così fan tutte ", die den Mittelpunkt der 14. Schlossfestspiele bildet. Und das bei Superwetter.

Sechs junge sympathische Solisten, ein gut aufgelegtes Philharmonisches Kammerorchester unter der Leitung von Christian Fitzner, die Gesangseinlagen der Wernigeröder Singakademie, dazu die romantisch-fantasievolle

Bühnenkonstruktion – das Publikum ließ sich in eine Zeit vor gut 120 Jahren entführen : Zwei junge Paare ( Rahel Lichdi und Roman Tsotsalas sowie Stefanie Golisch und Nik Kevin Koch ), die sich erst trennen mussten, um die wahre Liebe, eben den jeweils anderen Partner, zu fnden. Die Irrungen und Wirrungen der Liebe auf Schloss Wernigerode. Eine leichte Sommerkomödie, genau wie Christian Georg Fuchs es gewollt hatte.

" Ich habe die Oper

nur für meine Frau

inszeniert "

" Es lief alles wunderbar ", sagte er nach der Premiere auf Volksstimme-Nachfrage. " Meine Sänger haben alle gut gesungen – ein großes Glück für einen Regisseur. " Sein wichtigster Kritiker sei seine Frau. " Ich habe die Oper nur für sie inszeniert, und sie war glücklich. "

Bei den anderen Gästen auf dem Schloss kam die Inszenierung ebenfalls gut an, was der Szenenapplaus, Gelächter und der langanhaltende Beifall zum Schluss zeigte. " Klasse ", war " Schlossherr " Christian Juranek begeistert. " Spritzig inszeniert, ein tolles Ensemble, tolle schauspielerische

Umsetzung ", fasste der Chef der Schloß GmbH zusammen. Und was hielt er davon, dass die Opern-Handlung kurzerhand aufs Wernigeröder Schloss verlegt wurde ? " Das ist doch ideal, dass das Schloss in die Handlung eingebettet wurde. Das würde ich mir öfter wünschen. "

Auch Musikdirektor Christian Fitzner war nach dem gelungenen Auftakt ein Stein vom Herzen gefallen. " Eine Premiere ist immer schwierig. Deshalb bin ich froh, dass alles so gut gelaufen ist ", sagte der Musikdirektor des Kammerorchesters. Zwar gebe es noch einige Details zu verbessern. " Aber das sind lediglich musikalische Feinheiten. "

Ein wenig Sorgen bereitete einzig Tenor Nik Kevin Koch ( Ferrando ), der sich am Premierenabend heißer gesungen hatte und bei der Vorstellung am Sonnabend nicht voll einsatzfähig war. " Deshalb wünsche ich mir für die weiteren Aufführungen vor allem, dass alle Sänger und Musiker gesund bleiben ", so Fitzner.