Wernigerode / Halberstadt.

" Das soll alles gewesen sein ? Nach fast einem Jahr mit reichlich Beratungen bleibt am Ende fast alles beim Alten. " Peter Gaffert hat hörbar Mühe, dem Vorschlag von Goslars Landrat Stephan Manke ( SPD ) etwas Positives abgewinnen zu können. Als Vorsitzender des Harzer Verkehrsverbandes ( HVV ) hatte dieser am Dienstag erklärt, es werde nun doch keine Fusion mit dem Quedlinburger Regionalverband Harz und auch keine Marketing GmbH der starken Tourismusorte mit dem HVV geben.

Dabei hatte Manke noch im Frühjahr öffentlich angekündigt, beide Verbände sollten fusionieren, dadurch ein größeres Gewicht auch bei den Regierungen in Magdeburg, Hannover und Erfurt erhalten. Zudem, so des Goslarers Hoffnung, seien dann effektivere Strukturen und eine bessere Abstimmung möglich. Stattdessen sollen nun die Verbände aus Goslar und Quedlinburg lediglich eine gemeinsame Geschäftsführung samt identischen Vorstand erhalten.

Gaffert, der auch Vorsitzendes des Harzer Förderkreises ist, zur Volksstimme : " Das ist nicht der große Wurf, den wir im Harz brauchen. Dass man sich nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigen konnte, ist für unsere Region zu wenig. " Die Zukunft seines Förderkreises, der sich aufösen und im HVV wiederfnden solle, ließ er angesichts der Strukturpläne von Stephan Manke vorerst noch offen.

" Ich bin über das Ergebnis nicht unglücklich ", erklärte hingegen Landrat Michael Ermrich gegenüber der Volksstimme. Der Kreis Mansfeld-Südharz könne so bei der HVV-" Stange " gehalten und der Kreis Osterrode wieder für den Verband gewonnen werden.

Ermrich räumte ein, dass er " ein gewisses Verständnis " für Kritik an der ausbleibenden Marketing GmbH aufbringe. Auch er nannte wie gestern bereits Manke steuerliche sowie den womöglich rechtlichen Zwang zum Ausschreiben von Aufträgen als Gründe für die Abkehr von diesem Plan.

Zugleich bezeichnete der Harzer Landrat die bevorstehende Diskussion um die neue HVV-Marketingabteilung " als spannendes Thema ". Ermrich zufolge sollte dieses Gremium, das nach Vorgaben des HVV eigenständiger über Projekte und Budgets entscheiden dürfen soll, maximal zehn Mitglieder haben. Zum Vergleich, der noch bestehende Marketingausschuss hat derzeit die dreifache Zahl an Mitgliedern.

Beschränkte Mandate

Wie bereits häuf ger geklagt wurde, sei diese Runde " schwer zu händeln ". Darum müsse in der Abwägung regionaler, politischer und institutioneller Interessen streng darauf geachtet werden, dass dennoch ein entscheidungsfähiges Gremium geschaffen werde, mahnte Ermrich. Daher wolle er die Zahl von zehn Mandaten für die Marketingabteilung daher in der neuen HVV-Satzung verankert wissen.