Die neue Hüttenröder Grasekönigin heißt Christin Konwalinka. Sie zog gestern Vormittag das entscheidende Los aus der Schürze von Frau Hauptmann Edith Rudolph. Auf dem Festplatz in der Meine wird noch bis heute der Grasedanz gefeiert – zum inzwischen 124. Mal.

Hüttenrode. Großer Jubel und ein paar Freudentränen gestern Vormittag in der Meine. Christin Konwalinka, 21 Jahre alte Medizinisch-Technische Assistentin, zog aus der Schürze von Frau Hauptmann Edith Rudolph das große Los und ist damit die neue Hüttenröder Grasekönigin. Mit viel Beifall wurde auch die neue Heuprinzessin begrüßt, die aus einer großen Schar an Kindern ausgewählt wurde. Das Los entschied für die 13-J ährige Viktoria Hohmann. Die beiden neuen Majestäten bekamen von Bürgermeister Gunter Freystein die symbolischen Königs- und Prinzessinnenscheiben überreicht, die demnächst an ihren Häusern als sichtbares Zeichen angebracht werden.

Ein weitere Höhepunkt der 124. Aufage des Hüttenröder Grasedanzes war einmal mehr der große Umzug durch den Ort, an dem sich wieder alle Vereine und Gruppierungen beteiligten. Eine Stunde lang schlängelte sich der kaum enden wollende Tross durch die Gassen, vorbei an birkengeschmückten Häusern. " Ich habe mit Bewunderung den Umzug gesehen. So etwas bekommen wir in Blankenburg nicht hin ", meinte Bürgermeister Hanns-Michael Noll zur offziellen Festeröffnung gestern Nachmittag. " Ich bin sehr stolz, dass Hüttenrode nun zu Blankenburg gehört ", erklärte er.

Edith Rudolph, die seit 1999 als Frau Hauptmann agiert, dankte allen Sponsoren und Helfern, ohne die solch ein Fest nicht möglich wäre – allen voran der Gemeinde, dem Technischen Eigenbetrieb der Stadt, der Arbeitsfördergesellschaft Harz und zahlreichen Firmen in und um Hüttenrode. Ein besonderes Dankeschön richtete sie an Marina Guhl, die der Grasekönigin schon fast traditionell ein schmuckes Trachtenkleid stiftete, und Friseurmeisterin Susann Greunig.

Schilf aus Susenburg

Eine besondere Herausforderung für die Grasedanzfrauen ist alljährlich das Schmücken ihrer Kiepen. Dazu ziehen Hüttenrodes Frauen und Mädchen los, um an den Ufern der Bode Schilf zu schneiden. Damit füttern sie ihre großen Heukiepen aus und schmücken sie anschließend für den Festumzug mit frischem Heu und farbenfrohen Wiesenblumen.

Bis vor zwei Jahren war dies immer auf der Bodewiese bei Neuwerk möglich. Da dort nun durch das Abholzen der Fichten große Lichtungen entstanden sind, hat das Unkraut das Schilf überwuchert. So musste ein neuer " Ernteplatz " gesucht werden. Der fand sich am Anglerheim Susenburg bei Rübeland, ebenfalls an der Bode. Martin Rogge ist dort stellvertretender Vereinschef der Rübeländer Sportf scher und unterstützt die Frauen, die sich dort am Sonnabend vor dem Fest nun bereits zum zweiten Mal auf dem Grillplatz trafen. Der Traktor und Anhänger von Familie Wieckert war das Fuhrwerk, mit dem das Schilf nach Hüttenrode gebracht wurde. Danach konnten die Körbe gemeinsam geschmückt werden.

Der Hüttenröder Grasedanz geht übrigens heute zu Ende. Ab 9 Uhr wird traditionell zum " Hackelsfrühstück " eingeladen. Dazu spielen die " Original Harzwälder Musikanten ". Um 13 Uhr startet ein Umzug durch den Ort, ehe um 16 Uhr in der Meine das große Kinderfest beginnt. Für Musik und gute Laune sorgt bis in den späten Abend die Disco " Crazy Horse ".