Wernigerode. Die beiden Brandanschläge auf die Wernigeröder Johanniskirche am 11. und 19. Juli erregen weiter die Gemüter in der Stadt.

Die Kriminalpolizei im Revier Harz Halberstadt fahndet feberhaft nach den Tätern. Entscheidende Hinweise erhoffen sich die Ermittler jetzt durch einen Beitrag über die Fälle, der am Sonntag, 9. August, von 19. 50 bis 20. 15 Uhr in der Senderreihe des MDRFernsehens " Kripo live " ausgestrahlt werden soll.

Anne Mehler und ihr Team waren dazu eigens aus Dresden angereist. Die erfahrene Journalistin ist seit 17 Jahren bei dem Sender beschäftigt. Sie weiß aus Erfahrung : " So ein Drehtag dauert mindestens sechs, sieben Stunden. Ohne Anreise. " Und : " Am Ende bleiben dann vielleicht 50 Sekunden übrig. "

In dieser Zeit wird den Zuschauern von Halberstadts Polizeisprecher Uwe Becker die entscheidende Frage gestellt. Wer hat speziell bei der zweiten Brandstiftung an jenem Sonntagmorgen gegen 7 Uhr verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes Grüne Straße gesehen ?

Als seinerzeit 20 Minuten später die Sirenen gellten, stand die Sichtschutzfolie am Baugerüst meterhoch in Flammen. Diese leckten bereits am Dachstuhl des Gotteshauses. Zweifelsfrei erwiesen ist laut Becker, dass das Feuer in einem darunterstehenden Container mit Holzabfällen entzündet wurde. Nur durch den entschlossenen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Wernigerode konnte Schlimmeres verhindert werden. Und : Wäre nicht zufällig ein Passant vorbeigelaufen, hätte durch die dichte Bebauung rings um St. Johannis innerhalb kürzester Zeit ein Großbrand entstehen können.

Dr. Helmut Burckhardt, Vize-Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, will seit jenem Tag privat 500 Euro für denjenigen als Belohnung aussetzen, der den entscheidenden Tipp zur Aufklärung gibt. Er wird diese Absicht am Sonntag bei " Kripo live " erneuern.