Die Probleme um den geplanten Einkaufsmarkt dänischer Betreiber in Darlingerode sind vom Tisch. Ilsenburgs Stadtrat hat während einer Sondersitzung am Mittwoch abend die weiteren Wege für den Baubeginn geebnet.

Darlingerode. Bereits die rekordverdächtige Zuhörerkulisse – etwa 50 verfolgten die Sitzung – ließ erahnen, dass wichtige Beschlüsse vom erstmals in Darlingerode tagenden neuen Ilsenburger Stadtrat zu erwarten waren. Sandtalhallenchef Hans Germer hatte vorsorglich 32 Stühle in den Zuhörerbereich gestellt, kurz vor Sitzungsbeginn musste nachgerüstet werden.

Nach der Bürgerfragestunde beschäftigten sich die Volksvertreter mit dem Einkaufsmarkt. Sie sollten die in der bisherigen Planungsphase geäußerten Bedenken von sogenannten Trägern öffentlicher Belange abwägen und den Flächennutzungsplan ändern.

Und das geschah in relativ kurzer Zeit, denn die Verwaltung hatte vorab in mühsamer Kleinarbeit die Probleme mit den Kritikern geklärt. Bauamtsleiterin Ute Schwager-Löwe fasste deshalb vor der Beschlussfassung die wichtigsten Punkte zusammen.

Das zunächst dramatischste Problem, die Linksabbiegespur für künftige, aus Richtung Wernigerode fahrende Kunden wird gelöst. In Abstimmung mit dem Landesamt für Straßenbau soll in Kürze die Ortsdurchfahrtsgrenze geändert werden, eher ein " verwaltungsrechtlicher Akt ". Für die Kraftfahrer dadurch zu erkennen, dass das gelbe Ortseingangsschild in Richtung Wernigerode versetzt wird. Und zwar um genau 103 Meter. Diese Tafel wird künftig etwa dort stehen, wo heute der Lärmschutzwall des Darlingeröder Neubaugebietes beginnt.

Diese Änderung zwinge Autofahrer, die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge auf Tempo 50 zu verringern, so dass dann Bedenken der Behörden gegen die Linksabbiegespur gegenstandslos würden. Entsprechende mündliche Zusagen der zuständigen Behörden lägen bereits vor. Olaf König vom Planungsbüro Altmark sowie Achim Winter von einer Planungsentwicklungsgesellschaft haben nach eigenem Bekunden bereits die notwendigen Anträge vorbereitet.

Auf die Frage von Linke-Fraktionschef André Lüderitz nach den anfallenden Kosten für diese Arbeiten, antwortete Bauamtschefin Ute Schwager-Löwe, dass dies per Erschließungsvertrag mit dem Investor geregelt werde. Im allgemeinen übernehme der Bauherr, in diesem Fall die dänischen Investoren, die Kosten. Gegenteilige Aussagen seien ihr nicht bekannt.

Ortseingangsschild

um 103 Meter versetzt

Die Planer informierten, dass der Zugang zum Supermarkt barrierefrei sein werde, auch die Bushaltestelle bleibe erhalten. Die für die Darlingeröder wichtigste Information hielt Achim Winter bereit : Baubeginn werde frühestens im Dezember sein. Der Zwischenruf eines Gastes, wo er denn nun seine Weihnachtseinkäufe erledigen sollte, wurde mit einem kollektiven Schmunzeln bedacht. Wegen des bevorstehenden Winters könnten jedoch noch keine Terminaussage zur Markteröffnung getroffen werden, hieß es. Die meisten Zuhörer waren jedoch froh, dass die Probleme vom Tisch sind und " ihr " neuer Markt nun gebaut werde.

Die Stadträte verabschiedeten die erforderlichen Beschlussentwürfe nach kurzer Diskussion einstimmig.