Handwerkliche Tradition der Harzer Region können Besucher der Stadt Ilsenburg in der Fürst-Stolberg-H ütte erleben. Seit fast 500 Jahren werden dort aus fl üssigem Eisen Gegenstände für die Industrie und den privaten Gebrauch gegossen.

Ilsenburg. Der Grundstein für die heutige " Fürst-Stolberg-H ütte " wurde 1530 von Graf Botho zu Stolberg gelegt. Mit der Herstellung von kunstvoll gearbeiteten Ofen- und Kaminplatten sowie von gusseisernen Öfen, eroberte sich die Fürst-Stolberg-H ütte damals ein großes Absatzgebiet und erlangte Weltruf. 1855 auf der Pariser Weltausstellung erregte ein sieben Meter hohes Monument aus Gusseisen, ein Erzeugnis der Ilsenburger Hütte, allgemeine Bewunderung. Der Guss war äußerst scharf und sauber.

Große Künstler wie Albrecht Dürer oder Karl-Friedrich Schinkel schufen für die Ilsenburger Hütte Modelle oder ihre Werke wurden von den Arbeitern als Vorlagen für originalgetreue Eisenkunstgussmodelle verwandt.

Der inzwischen in der ganzen Welt bekannte Betrieb im Harz zog zahlreiche berühmte Persönlichkeiten an. Im Jahre 1697 besuchte der russische Zar Peter der Große die Ilsenburger Eisenhütte. 1873 folgte Kronprinz Friedrich, der spätere Kaiser Friedrich III. Auch die Deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. waren in der Ilsestadt zu Gast. Als letzter Monarch besuchte 1929 König Fuad von Ägypten die Gießerei.

Kaiser, Könige oder Staatschefs gehören heute nicht mehr zu den Gästen, doch Besucher werden zahlreich und vor allem gern empfangen. Die Eigentümer bieten Führungen durch den Betrieb an, informieren über die Produktionsabläufe beim Herstellen von Eisenguss und zeigen historische, aber auch aktuelle Gussstücke der Hütte.

" Wir wollen unsere Gäste mit der Faszination des Gießens vertraut machen. Die Führungen durch den Betrieb sind jedoch nicht nur für gießereitechnisch Vorgebildete, sondern so konzipiert, dass sie jeder verstehen kann ", erklärt Geschäftsführer Thomas Roer das Anliegen der Rundgänge.

Betriebsbesichtigungen sind montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr möglich. Das bei den Besuchern besonders beliebte Schaugießen wird an diesen Tagen um 10 und 14 Uhr angeboten. Nach vorheriger Vereinbarung können aber auch Termine für einen Sonnabend gebucht werden. Die Gäste können direkt vor Ort - jedoch stets in sicherer Entfernung - miterleben, wie das fl üssige Eisen in die vorbereiteten Formen gegossen wird. Wer nicht nur zuschauen, sondern auch selbst als Gießer oder Formenbauer aktiv werden will, der kann einen der beiden Mitmachkurse besuchen, die in jedem Jahr in den Oster- und Herbstferien angeboten werden. Eine Woche lang können sich die Interessenten dann in der Hütte selbst kreativ betätigen.

Thomas Roer verweist auch darauf, dass besonders originelle und künstlerisch wertvolle Gussstücke im Hütten- und Technikmuseum in der Marienhöfer Straße im Ilsenburger Stadtzentrum zu sehen sind. " Wer einmal bei uns war, der sollte den Museumsbesuch auf jeden Fall mit einplanen ", empfiehlt der Hütten-Chef. Dieses Museum ist außer mittwochs und an Sonntagen täglich von 13 bis 16 Uhr und samstags von 14. 30 bis 16. 30 Uhr geöffnet.

www. fuerst-stolberg-huette. de

www. stadt-ilsenburg. de