Wernigerode. " Haben Sie Verständnis, im Moment kommen wir an die Unterlagen nicht heran. " Mit dieser Bitte werden dieser Tage Bürger und selbst die Volksstimme-Redakteure um Nachsicht gebeten. In einigen Ämtern der Wernigeröder Stadtverwaltung kann gegenwärtig nicht der gewohnte Service geboten werden. Die vielen verschnürten Kartons auf Fluren und in Büroräumen verraten : hier steht ein Umzug an.

73 Mitarbeiter ziehen am kommenden Montag, 20. Juli, in das ehemalige Katasteramt in der Schlachthofstraße 6. Dazu gehören die 40 Beschäftigten im Bauamt samt Liegenschaften, die seit der Wende ihr Domizil in der Goethestraße 1 bzw. Friedrichstraße 149 hatten. Komplett geräumt wird auch das sogenannte " Grüne Haus ", die ehemalige Kindertagesstätte in der Friedrichstraße 154 an der Westerntorkreuzung. Dort sitzen die 14 Mitarbeiter des Amtes für Jugend, Gesundheit und Soziales ebenso auf gepackten Kartons wie die 14 Frauen und Männer des Kultur-, Schul- und Sportamtes. Letztere verlassen nach relativ kurzem Aufenthalt das Stadtgebäude am Nicolaiplatz, wo auch das Ordnungsamt und Bürgerbüro eingerichtet sind. Beide Bereiche werden weiter am Nicolaiplatz bleiben.

In das " Neue Rathaus " oder " Gelbe Haus " – mit einem off - ziellen Namen tut sich die Stadtverwaltung noch schwer, hieß es aus der Pressestelle – werden auch die zwei Wirtschaftsförderer und die drei Angestellten im Rechnungsprüfungsamt einziehen.

Genau fünf Tage haben alle Mitarbeiter Zeit, sich einzurichten. Am Montag, 27. Juli, sind sie wieder telefonisch unter den bisherigen Rufnummern und per Internet zu erreichen und halten die üblichen Sprechzeiten ab, die in der Umzugswoche ausfallen.

Obwohl ein Großteil der Möbel mit " umzieht ", wurde für rund 20 600 Euro neues Inventar gekauft, vor allem für die Einrichtung der Archive. Für die Instandsetzung durch Malerarbeiten, Trockenbau, Reparatur der Heizungsanlage, Reinigung und Neuverlegung von Fußböden, den Einbau von Brandmeldern und einer neuen Schließanlage wurden rund 147 000 Euro ausgegeben, informierte Hauptamtsleiter Rüdiger Dorff. Die Kosten für die beiden Umzugsf rmen würden sich auf rund 25 300 Euro belaufen, so dass die Konzentration der beiden Dezernate in der Schlachthofstraße über 190 000 Euro verschlingt. Aber : Das Katasteramt hatte die Stadt für nur 425 000 Euro erworben, obwohl der Verkehrswert der Landesimmobilie bei 1, 7 Millionen Euro gelegen hatte. Übrigens