206 100 Bürger aus dem Harzkreis können morgen über das neue Europaparlament mitentscheiden. Kreiswahlleiter Michael Ermrich ruft jedermann dazu auf, das demokratische Wahlrecht zu nutzen. Europa sei gar nicht so fern, wie häufg beklagt werde. Wesentliche Inhalte deutschen Rechts würden bereits heute durch europäische Regelungen bestimmt. Auch prof tierten Projekte in vielen Harzorten von den Fördermillionen der Europäischen Union.

Wernigerode. In 70 Harzer Orten zwischen Alexisbad und Wülperode werden am Sonntag Gemeinde- und Stadträte gewählt. Die Einwohner von Altenbrak, Darlingerode, Drübeck, Schierke und Treseburg haben morgen erstmals die Möglichkeit, Vertreter für den Stadtrat von Ilsenburg, Thale bzw. Wernigerode zu wählen.

Laut einer Übersicht der Harzer Kreisverwaltung sind 209 700 Wahlberechtigte ab 16 Jahren aufgerufen, ihre Volksvertreter zu bestimmen.

Der größte Wahlbezirk befndet sich in Halberstadt im Gymnasium Martineum mit 2 154 Wahlberechtigten, der kleinste Wahlbezirk ist im Bodetalort Treseburg mit 92 zur Kommunalwahl Berechtigten.

In den Harzer Städten und Gemeinden sind 942 Mandate zu besetzen. Insgesamt haben sich 1 690 Kandidaten zur Wahl gestellt, davon 969 in Parteien, 646 in Wählergruppen und 75 Einzelbewerber.

In allen 75 Harzer Orten können sich die Wähler an der Wahl zum Europäischen Parlament beteiligen. Die Stimmen der insgesamt rund 206 100 Bürger werden in 193 Wahllokalen und die der Briefwähler in weiteren 10 ab 18 Uhr öffentlich ausgezählt.

Die Ergebnisse der Europawahlen werden morgen ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Halberstädter Rathauses präsentiert. Zwischenergebnisse können im Internet unter dem Link " http : // www. kreis-hz. de " unter Wahlen und einem entsprechenden Verweis zum StatistischenLandesamtabgerufen werden. Für telefonische Informationen hat die Kreisverwaltung am Wahlsonntag ein Bürgertelefon geschaltet, das ebenfalls ab 18 Uhr unter der Rufnummer ( 0 39 41 ) 59 70 41 98 zu erreichen ist.

Bürgertelefon ist ab

18 Uhr geschaltet

Erwartet wird, dass etwa ab 20. 30 Uhr ein erster Trend zum Europawahlergebnis zu erkennen ist. Das ist auch von der Wahlbeteiligung abhängig. Hochgerechnet auf den heutigen Harzkreis haben sich an den Europawahlen 2004 lediglich 42, 8 Prozent der Wähler aus den früheren Kreisen Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode beteiligt.

Landrat Michael Ermrich appelliert als Kreiswahlleiter für die Europawahl an die Bürger im Harzkreis, aktiv dieses demokratische Grundrecht zu nutzen. Ermrich zufolge bestimme die Europäische Union bereits vielfältig das Leben auch hier im Harz. Ob beim Erschließen von Gewerbegebieten in Thale, Ilsenburg oder Wernigerode, bei Sanierungen der Bansi-Sekundarschule in Quedlinburg, der Halberstädter Europa-Sekundarschule " Am Gröpertor " und des Stadtfeld-Gymnasiums Wernigerode, auch gemeinsame Jugend- und Bildungsprojekte wie im Kinder- und Erholungszentrum KiEZ Güntersberge – der Harz proftiere von den europäischen Fördergeldtöpfen. Alljährlich würden zudem beträchtliche Summen aus Brüssel für den Bau oder die Sanierung von Straßen, Plätzen und Häusern in den Harzer Gemeinden f ießen. Europapolitik sei auch im Harzkreis sehr konkret und betreffe alle, so Ermrich. Nur wer von seinem Wahlrecht Gebrauch mache, könne entscheiden, wer Sachsen-Anhalt und damit die Interessen des Landes im Europäischen Parlament vertritt.

Der Kreiswahlleiter ruft außerdem dazu auf, sich ebenfalls an den gleichzeitig stattf ndenden Kommunalwahlen zu beteiligen. Das biete die Chance, über den künftigen Weg des eigenen Ortes mitzu bestimmen. Ermrich : " Jede einzelne Stimme zählt, denn wir brauchen ein starkes Europa für die Herausforderungen der Zukunft und starke Gemeinden für die Aufgaben vor Ort. "