" Junior-Ranger " im Harz

  • 1994 Start in St. Andreasberg, zurzeit existieren vier Gruppen : " Wanderfalken " ( Herzberg-Lonau ), " Wölfe " ( Braunlage ), " Bären " und " Luchse " ( beide Bad Harzburg );
  • 1997 Auftakt in Schierke als Arbeitsgemeinschaft ( AG ) Natur an der damaligen Grundschule. Nach deren Schließung planen die Ranger Birgit Patzelt und Robby Meißner einen Neuaufbau.
  • 1999 Zuwachs durch Gründung einer AG Natur an der Grundschule Ilsenburg.
  • 2001 Bildung einer weiteren Gruppe durch Kai Montag in Darlingerode

  • Der Nationalpark Harz war am Wochenende fest in Kinderhand. Gut 300 Mädchen und Jungen aus 19 Großschutzgebieten starteten in Drei Annen Hohne das nationale " Junior-Ranger-Programm ". Die Nachwuchs-Naturschützer sollen künftig deutschlandweit ausgebildet werden.

    Drei Annen Hohne. Lernen, wie man Fährten liest, den Zustand des Waldes erkennt und wissen, welche Greifvögel die wichtigsten sind : Das waren nur drei von etlichen Aufgaben, denen sich die gut 300 Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland auf dem Hohnehof zu stellen hatten. In drei Blöcken waren die " Junior-Ranger " aufgeteilt worden, ehe es auf den Löwenzahnpfad, in vier verschiedene Themenzelte und zu Aktionen wie Bogenschießen oder Tauziehen mit Holzrückepferd " Lotte " ging.

    Hatten die Ausrichter um Organisationschef n Irmtraud Theel am Freitagabend noch sorgenvoll zum wolkenverhangenen Himmel geblickt, so wurden sie an den beiden darauffolgenden Tagen voll und ganz für ihre Mühen entschädigt.

    Nur der als Ehrengast zur offiziellen Eröffnung am Sonnabendmittag angekündigte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erschien nicht. Er hatte laut Nationalpark-Pressesprecher Dr. Friedhart Knolle kurzfristig abgesagt.

    Aber auch ohne den Bundespolitiker fand der Start für das nationale " Junior-Ranger-Programm " einen würdigen Rahmen. Immerhin waren bei der gemeinsam von EUROPARC Deutschland und WWF Deutschland initiierten Ausbildungsoffensive andere interessante Gesprächspartner erschienen. So z. B. Dr. Wolfgang Milch vom sachsen-anhaltischen Umweltministerium. Der Vertreter von Ministerin Petra Wernicke outete sich als Wolfsliebhaber, den er sich auch im Harz gut vorstellen könnte. Milch : " Der ist gar nicht so böse wie im Märchen. Eher scheu und nicht gefährlich für den Menschen. " Deshalb wäre es schön, wenn die Junior-Ranger dabei helfen würden, über das Tier aufzuklären.

    " Der Wolf ist gar nicht so böse wie im Märchen "

    Auch Peter Gaffert ließ es sich nicht nehmen, die Gäste " in der Gemarkung Wernigerode " zu begrüßen. Der Oberbürgermeister : " Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich gern mit euch auf Entdeckungsreise gehen. " Was übrigens fast passiert wäre. Als der Rathauschef nämlich zum nächsten Termin eilen wollte, stand kein Auto vor Ort für ihn bereit. Gaffert musste die gut 900 Meter hinunter zum Parkplatz in Drei Annen Hohne zu Fuß in Angriff nehmen.

    " Sagenumwobene Bergwildnis " hatten die Gastgeber als Motto für das Auftakttreffen gewählt. Friedhart Knolle : " Das soll sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung ziehen und den Nationalpark Harz sowohl als Naturjuwel als auch geheimnisvollen und geschichtsträchtigen Ort präsentieren. " Das Ziel sei das größte von Kindern gestaltete Märchen- und Sagenbuch Deutschlands. Der Pressesprecher : " Die ‚ Junior-Ranger ‘ werden angehalten, regionaltypische Erzählungen wie von ‚ Rungholt, der versunkenen Stadt im Wattenmeer ‘ bis zum ‚ König Watzmann ‘ aus Berchtesgaden mitzubringen. "

    Hauptanliegen der Veranstaltung sei allerdings die Begegnung von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland. Allen gemeinsam sei, dass sie sich in Nationalparken, Biospährenreservaten und Naturreservaten aufhalten. Knolle : " Ein Netzwerk neuer Freundinnen und Freunde soll entstehen, das den Erfahrungsaustausch über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. "

    " Wir haben die Vision, eine Art ‚ Freischwimmer des Naturschutzes ‘ für Kinder zu etablieren ", unterstrich WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes das Anliegen. Die große Chance dieses in Deutschland beispiellosen Programms liege darin, dass die Mädchen und Jungen den Spaß am Leben in Feld und Flur erlebten und gleichzeitig zu deren verantwortungsvollen Bewahrern würden. Brandes : " Das ist auch eine Investition in den Naturschutz von morgen. "