Wernigerode. Karl Marx geht es prächtig, zumindest seinem Konterfei an der Flutrenne. Obwohl, und darauf verweisen nicht nur die Genossen voller Stolz, es sich bei dem Wernigeröder Marx-Denkmal um das älteste in ganz Deutschland handeln soll. Heute, am 191. Geburtstag des berühmtesten Trierers, soll dem " Kapitalismus-Kritiker die Ehre erwiesen werden ", kündigte die Linke an, die sich wohl als natürlicher Marx-Nachfahre versteht.

Anderen prominenten Genossen vergangener Tage geht es in Wernigerode deutlich schlechter. Ernst Thälmann zum Beispiel. Ein Stein mit seinem Namen versteckt sich hinter Gebüsch und Unkraut an einer Garage nahe der Straße Am Ziegenberg. Unschwer zu erkennen, die Platte, die wohl ein Bildnis des einstigen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands zeigte, fehlt.

Dass es in der Stadt eine Schule gab, die stolz ihren Namen tragen durfte / sollte / musste, wissen nicht mehr alle Wernigeröder. Und diejenigen, die es aus eigenem Erleben wissen, können auch von der Leninoder der Marx-Schule berichten. Ob es auf dem Schulhof bei " Thälmanns " einen Gedenkstein gegeben hat, daran mag sich im Stadtfeld niemand erinnern. Im Wernigeröder Bauamt heißt es, für ein Thälmann-Denkmal sei wohl keiner zuständig. Selbst Gartenamtschef Frank Schmidt kann nur fragend mit den Schultern zucken.

Linke-Sprecher Christian Härtel zeigte sich ebenso überrascht : " Wir Wernigeröder sind mit unserem Marx vollauf zufrieden. " Dennoch kann er eine Spur beisteuern. Auf dem Diesterweg-Schulhof habe es früher mal einen solchen Thälmann-Gedenkstein gegeben …