Wernigerode. " Es ist eine Katastrophe !" Wenn Karl-Heinz Mänz die tiefen Reifenspuren kreuz und quer auf den Wiesen am Ziegenberg sieht, verspürt er eigenem Bekunden nach " keinen Spaß mehr " an seinem Beruf als Landwirt.

Gut 140 Hektar Fläche zwischen Wernigerode und Drübeck hat die Agrar GmbH Darlingerode von privaten Eigentümern gepachtet, berichtet deren Geschäftsführer. Darauf wird das Grünfutter für 250 Jungrinder in der Nachbargemeinde und 300 Milchkühe angebaut, die bei der Agrargenossenschaft Silstedt in den Ställen stehen.

Doch nicht nur rücksichtslose Autofahrer walzen das Gras platt und erregen deshalb das Gemüt des Firmenchefs. Auch Hobbysportler, die hoch zu Ross querfeldein traben, und Hundebesitzer, die mit ihren Lieblingen abseits der Wege Gassi gehen, verärgern Mänz kurz vor der Mahd.

Dabei hatte der Silstedter sogar zehn Schilder aufstellen lassen. " Betreten verboten. Privateigentum " stand darauf zu lesen. Allerdings nicht lange. Karl-Heinz Mänz : " Nach 14 Tagen waren sie abgerissen und gestohlen. "

Eine erste Anzeige hat der Geschäftsführer inzwischen bei der Polizei erstattet. Gegen eine Hundeschule, die eines Sonntags den Ziegenberg verbotenerweise als Trainingsgelände benutzte. Weitere Konsequenzen für andere Übeltäter könnten folgen, zeigt sich Mänz entschlossen. " Höf iches Ansprechen hilft leider nichts ", so seine bittere Erkenntnis. Der Landwirt : " Manche sind nach wie vor der Meinung, das hier ist Volkseigentum, das jeder benutzen kann. " Umgekehrt gedacht, möchte er mal sehen, was passieren würde, wenn er und seine Kollegen unbefugt in die Gärten oder gar Stuben der Betreffenden spazierten.

Karl-Heinz Mänz weiß, dass er immer wieder nur um Vernunft und Einsicht bitten kann. Zumindest in einem Fall dürfte das eventuell bereits geholfen haben. Erst kürzlich, erinnert sich der Geschäftsführer, wurde von ihm ein Pärchen im grünen Klee überrascht. Dessen Schäferstündchen hatte damit ein jähes Ende gefunden.