Elbingerodes Stadtrat vertagt seinen Beschluss zur Oberharz-Stadt, bekräftigt aber den Gründungsvertrag. Etliche Bürgermeister fahren heute nach Clausthal-Zellerfeld, manche nicht. Und ein anderer Stadtchef versteht die ganze Aufregung nicht.

Elbingerode / Benneckenstein / Hasselfelde ( bfa ). Vertagt hat der Stadtrat von Elbingerode am Dienstag den Gebietsänderungsvertrag zur Gründung der neuen Stadt mit elf Orten des bisher Oberharz genannten Gebietes. Grund sind keine inhaltlichen Fragen, erläuterte Bürgermeister Andreas Flügel, Elbingerode stehe klar zu dem unlängst ausgehandelten Vertrag für den Zusammenschluss als Einheitsgemeinde. Der Rat wolle aber die jüngste Entwicklung abwarten. Denn heute Vormittag treffen sich die Landräte der Kreise Harz und Goslar sowie Bürgermeister der beiden Oberharz-Regionen in Clausthal-Zellerfeld, um auf Initiative von Landrat Michael Ermrich über den umstrittenen Namen der künftigen Stadt zu sprechen. " Am 9. Mai wird dann bei uns in einer Sondersitzung des Rates ", so Flügel, " die Stadtgründung behandelt. " Was in Clausthal-Zellerfeld herauskommen soll, ließ Andreas Flügel offen.

Auf ein " faires Gespräch " indes setzt Benneckensteins Bürgermeister Hans-Herbert Schulteß. Er sei kompromissbereit, aber nur in der Frage eines eventuellen Zusatzes zum Namen Oberharz, sagte Benneckensteins Stadtchef gestern auf Nachfrage. Denkbar für ihn : Stadt Oberharz / Brocken. " Das würde ich im Stadtrat vorschlagen ", so Schulteß.

" Ich werde nicht nach Clausthal-Zellerfeld fahren, schon wegen der Zeit nicht, denn wir ehrenamtlichen Bürgermeister müssen ja auch arbeiten ", hält sich Hasselfeldes Stadtchef Heiko Kaschel zurück. " Außerdem : Wenn jemand was von uns will, sollte er schon hierherkommen. Der Begriff, Oberharz ‘ ist bei uns gewachsen. Warum sollten wir darauf verzichten ?"

Als merkwürdig sieht Wolfgang Hagenberger die Debatte. Der Touristiker und Aktivist für " Harzer Highlights " ist Manager der relativ autonomen Kleinstadt " Pullman City Harz ". Sie liegt mitten in der künftigen Kommune, für die er Tausende Gäste anlockt. Hagenberger kann nicht verstehen, dass sich über eine " derartige Kleinigkeit " so ein Streit entwickelt. " Dann sollte man es, Hochharz ‘ nennen, und gut ist ", meint der aus Bayern stammende Hasselfelder Einwohner. " Wichtiger ist doch, dass die Region vorankommt, dass Hürden für gute Investitionen weggeräumt werden. " Das dürfe nicht aus den Augen verloren werden : " Alles andere lässt sich doch regeln. "