Wernigerode. Dreiste Diebe haben es sprichwörtlich auf die Spitze getrieben. Sie stahlen nämlich das oberste gusseiserne Kunststück des 1848 erbauten Marktbrunnes. " Das war nur mit Werkzeug möglich, denn so einfach ließ sich die Spitze nicht entfernen ", haderte Baudezernent Burkhard Rudo. Der Diebstahl muss schon im vergangenen Herbst passiert sein, bislang hatte man im Rathaus angenommen, der Restaurator, der bis vor Kurzem mit den Ausbesserungsarbeiten beschäftigt war, sei noch im Besitz des Stückes.

Recherchen führten aber ans Tageslicht : Die Spitze ist geklaut. Sie zu ersetzen, kostet Geld, das die Stadtväter nicht im Haushalt eingeplant haben und auch nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln. Um so mehr freuten sich Rudo und Oberbürgermeister Peter Gaffert, dass der Förderverein des Wernigeröder Jagdkorporationen Senioren-Convent ( WJSC ) seine diesjährige Spende zum traditionellen Verbandstreffen in der Harzstadt der Komplettierung der Eisenkunstgusskonstruktion widmete. Den Scheck von 2500 Euro überreichten gestern Abend der Vorsitzende des WJSC, Georg Graf von Kerssenbrock, und der Fördervereinschef Wolfgang Milcke. " Sehen Sie es als unsere Verbundenheit zu Wernigerode, dem Gründungsort des WJSC ", sagte der Vorsitzende und wies daraufhin, dass es mittlerweile das 20. Verbandstreffen in der bunten Stadt am Harz sei.

Peter Gaffert bedankte sich für die " willkommene Geste ", um das Schmuckstück auf dem Rathausplatz wieder herzustellen. Nach Originalvorlage soll die Spitze nun die Kreuzblume erhalten, die den Marktbrunne bis etwa zum 2. Weltkrieg zierte. " Die anschließend nachgebaute Spitze entsprach nicht der neogotischen Gesamtgestaltung des Brunnens ", erläuterte Rudo. Sie sei schmaler als das Original gewesen. Wo jenes Teil abgeblieben sei, " ist uns auch nicht bekannt ". Der Bauchef an die Diebe gerichtet : " Deshalb ist die gestohlene Kopie wertlos. "

Der schmerzliche Verlust ist seit gestern verflogen, der Wohltäterbrunnen wird nun nicht mehr lange kopf os sein. " Erfreulich ist, dass mit der Spende das bürgerliche Engagement für dieses Wahrzeichen fortgesetzt wird ", sagte Rudo, wohlwissend das der WJSC seit 1996 schon zahlreiche Projekte in der Stadt finanziell unterstützt hat. Im Vorjahr mit 2000 Euro die Erneuerung der Außenanlage in der Kindertagesstätte " Regenborgen ".