Wernigerode. Das Ehepaar Toppel ersteigerte im Juni vergangenen Jahres die " Villa Russo " in der Feldstraße ( Volksstimme berichtete ). Nun verwirklichen sie mit Unterstützung von freiwilligen Helfern ihre Vision von einer internationalen Begegnungsstätte " Wider das Vergessen ".

Zehn Schüler des Evangelischen Schulzentrums Leipzig helfen derzeit bei der Sanierung des Hauses und der Gestaltung des Hofs. Die Jugendlichen, die soeben ihr Abitur abgelegt haben, sind am Donnerstag letzter Woche angekommen und werden bis Freitag mit zupacken.

" Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für eine Hilfe ist ", sagt Thomas Toppel, Besitzer der Villa. " Die zehn Leute, die hier sind, haben so viel Elan. Das ist von unschätzbarem Wert. "

Nach Wernigerode fanden die Jugendlichen durch eine Initiative ihrer Schule, die verschiedene Projekte zur Auswahl gestellt hatte. Darunter war auch die Wernigeröder Russo-Villa. " Am Anfang wussten wir gar nicht, was uns hier erwartet ", erinnert sich Johannes Wilhelm. " Herr Toppel hat uns dann erklärt, worum es geht, und jetzt bin ich froh, dass es so ein sinnvolles Anliegen ist, für das wir hier arbeiten. "

Zu tun gibt es wahrlich eine Menge : So müssen zum Beispiel die durch Feuchtigkeit gelöste Tapete und Putz entfernt werden, und der Weg zum Eingang soll mit historischen Pfastersteinen der Villa ausgelegt werden.

Das Anwesen wurde nun von der " Aktion Sühnezeichen Friedensdienste " als Standort ausgewählt. Diese setzt sich für eine bessere Verständigung zwischen Generationen, Völkern und Religionen ein, indem sie Projekte gegen Diskriminierung unterstützt.

" Während ihres Sommerlagers im kommenden Jahr wollen sie uns wahrscheinlich einige junge Helfer schicken ", freut sich Barbara Toppel.