Weite Teile Hasserodes waren Sonntagnacht qualmverhangen, der Rauch war kilometerweit zu riechen. Auf dem Gelände der ehemaligen Argenta-Schokoladenfabrik stand ein Gebäude in Flammen. 51 Wehrleute waren im Einsatz. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Wernigerode. Großeinsatz der Feuerwehr auf dem Gelände der ehemaligen Argenta-Schokoladenfabrik in Oberhasserode. Sonntagnacht gegen 22. 32 Uhr wurden die Brandschützer alarmiert. Zwei Polizisten hatten das Feuer bei einer Streifenfahrt entdeckt, zeitgleich hatte ein Anwohner die Rettungsleitstelle angerufen.

Als die Brandlöscher kurz darauf auf dem Fabrikgelände ankamen, stand ein Nebengebäude bereits lichterloh in Flammen. Das Feuer hatte sich von einem Raum des leerstehenden Fachwerkhauses auf die Außenfassade und das Dach ausgebreitet und drohte, auf den Haupttrakt überzugreifen. Die Feuerwehrleute konnten dies jedoch durch schnelles Eingreifen verhindern. Besonders schwierig für die Einsatzkräfte : Das Gebäude, das derzeit als Lager genutzt wird, war mit Sperrmüll vollgestellt, so dass die Wehrleute nicht sofort zum Brandherd vordringen konnten. Zudem musste das Dach teilweise abgedeckt werden.

Bereits um 23. 04 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, um 0. 42 Uhr waren die Flammen komplett gelöscht, informierte Henning Möhrig, Chef der Einsatzleitstelle in Halberstadt, gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Die Wernigeröder Wehr war noch bis 2. 10 Uhr, die Kollegen von der Feuerwehrtechnischen Zentrale bis 4. 46 Uhr vor Ort.

Nur wenige Stunden später, am gestrigen Vormittag, untersuchte Christoph Heicke, Brandursachenermittler des Polizeireviers Harz, das Fachwerkgebäude. " Wir gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus ", sagte der Polizeihauptmeister gegenüber der Harzer Volksstimme. " Andere Ursachen wie technischer Defekt oder Selbstentzündung können wir ausschließen. " Heicke entnahm zudem eine Brandschuttprobe aus dem von ihm vermuteten Zündnest, die in den nächsten Tagen von den Experten des Landeskriminalamtes untersucht wird.

Der Brandschaden an dem Gebäude wird auf 25 000 Euro geschätzt. Das Haus, wohl eines der ältesten auf dem Gelände, war vermutlich ein Wohnhaus zu Zeiten der Johann Friedrich Wesche Chocolade-Fabrik. Der jetzige Besitzer sagte noch Sonntagnacht : " Schade, ich wollte das Gebäude eigentlich sanieren. " Das gesamte Fabrikgelände wird derzeit zu einer Wohnanlage umgestaltet.

Zeugen, die am Abend des 19. April mögliche Verdächtige im Umfeld der Fabrik gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Wernigeröder Polizei unter Tel. ( 0 39 43 ) 65 30 zu melden.