Das Wernigeröder Dialysezentrum der gemeinnützigen Stiftung Patienten-Heimversorgung hat vom TÜV ein Qualitätssiegel erhalten. Zentrumsleiterin Regina Schubert stellte im Gespräch mit der Volksstimme die medizinische Einrichtung an der Ilsenburger Straße vor.

Wernigerode. Walter Feistner hat vom neuen TÜV-Siegel " noch gar nichts bemerkt ". Dabei ist der 57-jährige Wernigeröder seit 13 Monaten Patient des Dialysezentrums. Regina Schubert ist darüber nicht traurig : " Wir waren halt schon immer gut ", sagt sie und lacht so herzlich, dass auch Walter Feistner mit einstimmen muss.

Im März hattedieZentrale der bundesweit 81 Dialysezentren aus dem hessischen Bad Homburg informiert, dass der TÜV der medizinischen Einrichtung im Harz bescheinigt habe, " eine an den Bedürfnissen der Patienten orientierte, qualitativ hochwertige Versorgung " anzubieten ( Volksstimme berichtete ).

" Blutwäsche " sagt man gemeinhin zur Dialyse. Patienten mit Nierenversagen werden an eine Maschine angeschlossen, die das Blut von Schadstoffen reinigt. Gehörte die Dialyse zu DDR-Zeiten ( seit 1983 ) zum Kreiskrankenhaus, so ist seit 1991 die gemeinnützige Stiftung Patienten-Heimversorgung ( PHV ) Betreiberin dieser Einrichtung – seinerzeit als erste ihrer Art in Ostdeutschland. In der Region unterhält die PHV solche Zentren auch in Bad Harzburg, Goslar, Halberstadt und Oschersleben.

Regina Schubert leitet seit dem Jahr 2000 das Wernigeröder Dialysezentrum. Etwa 60 zumeist ältere Patienten werden in Wernigerode an allen Wochentagen ( egal ob Ostern, Pfingsten oder Weihnachten ist ) außer sonntags behandelt, dafür stehen 21 Plätze zur Verfügung. Diese Einrichtung hat von 5.30 bis 22 Uhr geöffnet, die Belegschaft arbeitet an drei Wochentagen in drei Schichten. Elf Frauen und Männer sind im Gebäude an der Ilsenburger Straße als Fachkrankenschwester, Pfleger, Sekretärin oder als Zivildienstleistender tätig. Die ärztliche Leitung liegt in der Verantwortung von Dr. Karl Sauer und dem Diplom-Mediziner Joachim Nehrkorn, die am benachbarten Harz-Klinikum tätig sind.

Regina Schubert berichtet im Volksstimme-Gespräch, dass sich die Patienten dreimal in der Woche an den Dialyse-Apparat anschließen lassen müssen. Vier bis sechs Stunden kann diese maschinelle Blutwäsche dauern, weiß die 50-jährige Fachfrau, die seit 1984 als Krankenschwester arbeitet. Jeder versuche auf seine Weise, sich während der Prozedur die Zeit zu vertreiben. Manche schlafen, einige lesen, die meisten aber verfolgen auf den großformatigen Flachbildschirmen das Fernsehprogramm. Jeweils sechs Frauen und Männer teilen sich die Behandlungszimmer, in einem weiteren Raum gibt es drei Dialyseplätze.

Keine Frage, so die Zentrumsleiterin, diese maschinelle Blutwäsche bedeutet für ihre Patienten auch eine Anstrengung. Darum haben die Schwestern und Pfeger trotz modernster Apparaturen im 1997 errichteten Neubau auch stets einen wachen Blick auf die allgemeine körperliche Verfassung ihrer Patienten während der Behandlung. Sie sind auch dann schnell zur Stelle, sollte einem mal übel geworden sein.

Per Gesetz sind Ärzte und medizinische Einrichtungen verpflichtet, bis zum nächsten Jahr ein sogenanntes internes Qualitätsmanagement einzuführen. Laut Patienten-Heimversorgung hätten ihre Dialysezentren bereits heute einheitlich in ihrer " Pflegecharta " konkret und verbindlich festgelegt, wo die qualitativen Schwerpunkte ihrer medizinischen Betreuung liegen. Daher habe der TÜV Hessen auch nicht alle 81 Zentren einzeln, sondern stichprobenartig acht Einrichtungen ausgewählt und kontrolliert.

Spaß am tagtäglichen Dienst bewahrt

Der TÜV wird in den kommenden Jahren das Einhalten seines Gütesiegels mit der technokratischen Bezeichnung DIN EN ISO 9001 : 2008 stetig bundesweit überprüfen. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass die Kontrolleure auch der Einrichtung in Wernigerodes Ilsenburger Straße einen Besuch abstatten.

Davor ist Regina Schubert nicht bange. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie sich den Spaß am tagtäglichen Dienst zum Wohl ihrer Patienten bewahrt – das spürt der Besucher sofort – und geht dabei gewissenhaft ihrer Arbeit nach. Darum scherzen die Schwestern und Pfleger nicht nur mit den Dialysepatienten wie sie sich auch deren Sorgen und Nöte anhören, sie sorgen ebenso für eine stets ordnungsgemäße Blutwäsche. Davon könne sich der TÜV jederzeit ein Bild machen, schätzt die Zentrumschefn selbstbewusst ein. Und das nimmt man ihr gern ab.