Ein denkwürdiges Tauffest feierten die Christen der Gemeinden der Region Blankenburg am Sonnabend auf der Wiese vor der Cattenstedter St. Martinikirche. 14 Menschen wurden in den Kreis der evangelischen Christen aufgenommen.

Cattenstedt. "Wir kommen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus", meinte Axel Lundbeck, Pfarrer der Kirche am Markt Blankenburg, am Sonnabend in Cattenstedt. Und er hatte Recht: Vor einer Woche wurde das Pfingstfest gefeiert, am vergangenen Wochenende ein großes Tauffest. Dieses sollte ein ganz Besonderes werden - und es wurde eins, denn es war eine Premiere für alle Gemeinden der Stadt. Etwa 200 Christen aus den evangelischen Gemeinden der Region Blankenburg sowie Familienangehörige von 14 Täuflingen versammelten sich buchstäblich am Ufer des Jordan.

Zwar war es nicht "der" bereits in der Bibel beschriebene Strom in Nahen Osten, sondern ein eher munter vor sich plätscherndes Bächlein gleichen Namens, das durch Cattenstedt fließt. Und dort - welch Zufall - rauscht es genau an der St. Martini-Kirche vorbei. Die große Wiese vor dem Gotteshaus bot sich deshalb prächtig für eine größere Taufe an.

De Gestaltung des Festes teilten sich die Pfarrer Sabine Beyer, Claudia und Axel Lundbeck, Christoph Gutsche und Oliver Meißner. Letzterer wurde in seinen Begrüßungsworten von den lauten Tönen einer nahen Schafherde untermalt, was in den Gesichtern einiger Gäste für heftiges Schmunzeln sorgte.

Vor der Taufe verwiesen die Pfarrer auf die lange Tradition dieses Aktes. Laut Bibel soll Jesus Christus der Erste gewesen sein, der sich von Johannes taufen ließ. Dies geschah am Fluss Jordan und so fiel die Wahl des Taufplatzes innerhalb der Gemeinden nicht schwer. Und auch das Wasser kam aus dem Bach. Pfarrer Christoph Gutsche bat darum, dass Freiwillige das Wasser aus dem Bach schöpfen mögen. Zwei Damen erklärten sich bereit und schafften dies, ohne nasse Füße zu bekommen.

Insgeamt 14 Täuflinge wollten in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen werden. Dies meisten von ihnen stammen aus der Region. Ein Täufling war aus Clausthal-Zellerfeld nach Cattenstedt gekommen. Die Zeremonie wurde von jedem Pfarrer für "seine" Gemeindeglieder vorgenommen. Und wie es in der Bibel steht, öffnete sich nach den Taufen buchstäblich der Himmel und sorgte für den schönsten Sonnenschein. Die Gäste des Tauffestes versammelten sich anschließend zu einer riesigen Kaffeerunde, für die es auch der Pfarrwiesen ebenfalls noch genügend Platz gab, und ein würdevoller Tag klang bei herrlichem Wetter aus.

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