Bis zum 31. Dezember läuteten in der Ohrestadt 89-mal (symbolisch) die Hochzeitsglocken. Allein im Rathaus gaben sich 33 Paare das Ja-Wort. Es ist neben dem Kaminzimmer und der Schlosskapelle eine von drei autorisierten Stätten, in dem Heiratswillige die Reise in den Hafen der Ehe antreten.

Wolmirstedt l Heiraten liegt in der Ohrestadt offensichtlich weiter im Trend. Nichts belegt dies besser als Zahlen. Und eine lautet 89. Das bedeutet, dass sich nicht weniger als 178 glückliche Menschen in den vergangenen zwölf Monaten in Wolmirstedt das Eheversprechen gaben. Das letzte Mal am 31. Dezember im Kaminzimmer auf der Schlossdomäne. Und dieser Hochzeitsboom hält weiter an. Denn bereits am 2. Januar läuteten erneut die Hochzeitsglocken. Nicht das erste Paar im neuen Jahr. Wie die Standesbeamtin Kornelia Werner zu berichten weiß, trauten sich bereits zwei Paare, "liegen bereits 42 Anmeldungen bis Dezember vor".

Doch die Stadt macht nicht jeden Trend mit. Während deutschlandweit die Aussicht, an einem so bedeutsamen Tag wie dem 11.12.13 sich das Eheversprechen zu geben, einen regelrechten Ansturm auf die Standesämter auslöste, kamen nur zwei Paare ins Rathaus. Dafür aber schaffte es ein Paar punktgenau am 11.12.13 und 14.15 Uhr den Hafen der Ehe anzusteuern.

"Wenn geheiratet wurde, geschah dies nicht allein im neuen Trauzimmer im Rathaus", wie die Standesbeamtin Kornelia Werner ausdrücklich betont, die mit Melitta Wiedemann die standesamtlichen Ehen in der Ohrestadt besiegelt. Das Standesamt, das wussten im Vorjahr 33 Paare, ist in der August-Bebel-Straße 25. Aber es ist nicht das einzige Trauzimmer in Wolmirstedt. So haben die Paare, die heiraten wollen, die Möglichkeit, zwischen drei Trauzimmern zu wählen. Mit 31 Eheschließungen folgte die Schlosskapelle, das anheimelnde Kaminzimmer im Bürgerhaus wurde 2013 insgesamt 24-mal von Heiratswilligen aufgesucht. Den sprunghaften Anstieg in der Schlosskapelle, wo nur während der Sommermonate geheiratet werden kann, erklärt sich Kornelia Werner mit der Tatsache, dass der historische Trauraum umgestaltet wurde. Die Bestuhlung ist um den Trautisch aufgebaut, "so dass das glückliche Paar nun im Mittelpunkt ist".

Großen Wert legt die Standesbeamtin auch auf ein abschließendes Gespräch mit den künftigen Eheleuten, wo die letzten Details besprochen werden. Da wurde Kornelia Werner bestätigt, dass der Wonnemonat Mai schon lange nicht mehr der "Hochzeitsmonat" ist. Der war zumindest 2013 der sonnendurchflutete August. In diesem Monat traten 20 Paare vor den Traualtar. Im Juli waren es 15, gefolgt vom September mit elf und Juni mit acht Eheschließungen. Geheiratet wird übrigens am liebsten am Sonnabend. 43 der 89 Paare, nutzten das Wochenende, während die übrigen 46 die Wochenentage von Montag bis Freitag nutzten. Sonntags aber geht auch 2014 nichts, bleiben die Trauzimmer geschlossen.