Mehrmals im Jahr bietet die Kreisverkehrswacht Verkehrsteilnehmern an, ihr Wissen auffrischen zu lassen. Die statistisch gesehen häufigsten Unfallverursacher nehmen dieses Angebot jedoch kaum an. Eine Ausnahme bildeten die jungen Teilnehmer in Meitzendorf.

Meitzendorf/Barleben l Rund 20 Teilnehmer hören aufmerksam zu, als Dieter Frinken, Leiter der Kreisverkehrswacht des Landkreises Börde, am Freitagabend in Meitzendorf die neuesten Änderungen der Verkehrsregeln erklärt. Viele der Teilnehmer sind Führerschein- anwärter oder junge Autofahrer. Eine Ausnahme, wie Frinken betont. Denn die Besucher der Verkehrsteilnehmerschulung sind diesmal größtenteils Mitglieder der Freiwilligen Feuer- und Jugendfeuerwehr der Ortschaft, die die Schulung als Ausbildungsabend angesetzt haben.

"Die Bevölkerungsgruppe, die prozentual die meisten Unfälle verursacht, sind die 17- bis 24-Jährigen. Doch genau die kommen in der Regel nicht zu solchen Schulungen", sagt Dieter Frinken. "Sie fühlen sich zu sicher", fügt er hinzu. Schon bei den Jüngsten fängt die Kreisverkehrswacht mit Unterstützung des ADAC, der Landesverkehrswacht sowie des Bundes mit der Verkehrserziehung an. Grundschüler legen beispielsweise eine Fahrradprüfung ab, den ganz Kleinen im Kindergarten bringen Puppenspieler das richtige Verhalten im Straßenverkehr näher. Für Senioren bietet die Kreisverkehrswacht ebenfalls Schulungen an.

Den Floriansjüngern in Meitzendorf erklärt Dieter Frinken am Freitagabend im Feuerwehrhaus unter anderem den Inhalt des neuen Punktesystems des Verkehrszen- tralregisters. Auch die Bedeutung neuer Verkehrsschilder, beispielsweise an Bahnübergängen, wird erläutert, zudem Vorfahrtsregeln wiederholt - beispielsweise an Kreisverkehren. "Es gibt Kreisverkehre, die haben den Namen gar nicht verdient", sagt Frinken mit Blick auf einen zu kleinen Radius. Die Kreisverkehre in Barleben seien ebenfalls sehr klein, erläutert Frinken auf Volksstimme-Nachfrage. Damit auch Lkw-Fahrer mit ihren über 7,5-Tonnern die Kreisel passieren können, sei die jeweilige "Insel" in der Mitte fast ebenerdig gebaut worden.

Eine andere Begebenheit könne ortsfremde Autofahrer in Barleben irritieren, falls sie entsprechende Hinweisschilder übersehen sollten. "Es gibt in Barleben keine Begrenzung zwischen Gehweg und Fahrbahn durch einen Bordstein. Deshalb ist das Tempo im ganzen Ort auf 30 Kilometer pro Stunde heruntergesetzt worden. Wer ortsfremd ist, weiß das nicht", sagt Frinken. "Deshalb: Augen auf im Straßenverkehr!", betont der Kreisverkehrswachtsvorsitzende.

Abgesehen davon gebe es in der Einheitsgemeinde keine verkehrstechnischen Probleme. "Bei den Radwegen haben wir die Nase vorn in der Region", führt Frinken als Beispiel an. Diesbezüglich gebe es nur zwischen Dahlenwarsleben und Meitzendorf sowie nach Ebendorf Nachholbedarf.

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