Colbitz l Auf dem Museumshof in Colbitz gibt es viel zu entdecken. Das durften am Montag auch die Ferienkinder aus dem Hort in Colbitz erfahren. Sie hielten sich da ganz an das bekannte Sprichwort: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?".

Und das Gute ist in diesem Fall auch sehr wissenswert, denn Herbert Bilang als Initiator der Eulenausstellung auf dem Museumshof scheint ein wandelndes Lexikon zu sein. Der Hobbyornithologe kann, wenn er durch die drei Räume der Ausstellung führt, viel zu den Eulen erzählen. Wer seinen Erzählungen lauscht, kann sich vor den aufwändig gestalteten Dioramen vorstellen, wie die Szenen in der freien Natur ablaufen. So beispielsweise auch, wie ein Rotmilan seinen Horst einrichtet. "Er ist der einzige Greifvogel, der neben grünen Zweigen auch Plastikmüll und Stofffetzen verwendet, wenn er sein Nest baut", erklärte Herbert Bilang den Erst- bis Viertklässlern.

So wurde ihnen schnell klar, dass in der Ausstellung nicht nur Eulen ihren Platz haben, sondern auch viele andere heimische Tiere. Doch auch die Eulen selbst warfen viele Fragen auf. So stellte Herbert Bilang die Hortkinder auf die Probe: "Was ist der Unterschied zwischen einem Kauz, einem Uhu und einer Eule?" Nach einigen Antwortversuchen stellte der Eulenexperte klar: "Es gibt keinen: Käuze sind Eulen und der Uhu ist auch eine Eule." Und doch hat jede Eulenart für sich etwas Besonderes. So sind die Schneeeule und die Schleiereule zum Beispiel schon am Ruf zu unterscheiden.

Wo die Schleiereule sich eigentlich im vergangenen Jahr niederlassen sollte, nämlich am Giebel der großen Scheune auf dem Colbitzer Museumshof, brütete letztlich ein Turmfalkenpaar. Zur Enttäuschung von Herbert Bilang, wie er sagte, leider ohne Erfolg. Jungen schlüpften nicht aus den Eiern. Aber schon in den nächsten Tagen will er einen anderen Vogel bei der Brut beobachten. "Das Uhu-Weibchen sitzt jetzt schon auf den Eiern, denn es brütet 40 Tage und wenn die Kleinen dann schlüpfen, ist es schon warm", fuhr Bilang mit interessanten Fakten weiter fort.

An landwirtschaftlichen Geräten vorbei ging es nach einer Stippvisite im Garten des Museumshofes für die Kinder weiter in das Wohnhaus. Hier erfuhren die Mädchen und Jungen vieles darüber, wie Oma und Opa und die Generationen davor gelebt haben und welche Utensilien dabei eine Rolle spielten. Auch die Türen des Bierglasmuseums und der Waschküche waren weit geöffnet, um neugierigen Blicken Einlass zu gewähren.