Das gemeinsame Gesundheitsnetzwerk der Gemeinden Niedere Börde und Barleben nimmt Konturen an. Künftig sollen sogenannte Gesundheitslotsen in den Kommunen präsent sein, beraten und in einer Studie die medizinischen Bedürfnisse der Einwohner ermitteln.

GroßAmmensleben l Seit drei Jahren arbeiten die Gemeinden Niedere Börde und Barleben an der Idee, ein gemeinsames Entwicklungsnetzwerk aufzubauen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. 2013 wurden dazu neun Schlüsselprojektgruppen gebildet. Unter anderem sollen ein Familienportral und ein Mehrgenerationenzentrum entstehen. Unterstützt wurde das Projekt laut Barlebens Pressesprecher Thomas Zaschke mit Fördermitteln vom Land in Höhe von insgesamt rund 78000 Euro.

Die Mitglieder einer der Schlüsselprojektgruppen, dem Gesundheitsnetzwerk, haben am Donnerstag die ersten Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert und konkrete Ziele formuliert. Im Informationszentrum auf der Domäne in Groß Ammensleben trafen sie sich dazu mit der Bürgermeisterin der Niederen Börde, Erika Tholotowsky, und Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff.

Netzwerk-Mitglieder wollen zunächst Gemeinderäume nutzen

Die Idee der in der Gruppe mitwirkenden Ärzte, Apotheker, Pyhsio- und Ergotherapeuten, Mitarbeiter des Roten Kreuzes sowie medizinischen Berater: In jeder Kommune sollen künftig sogenannte Gesundheitslotsen mit festen Sprech- und Anwesenheitszeiten eingesetzt werden. "Wir glauben, dass wir die Menschen vor Ort am besten erreichen. Deshalb wollen wir versuchen, die Gemeinderäume zu nutzen, um dort Krankenschwestern vor Ort zu haben, die das Gesundheitsnetzwerk präsentieren, aber gleichsam auch die Bedürfnisse der Menschen erfassen", erklärte Mitglied Sebastian Brunner.

Im Rahmen einer Studie sollen diese Bedürfnisse ermittelt, ausgewertet und anschließend neue Fragestellungen daraus erfasst werden. Die Bürgermeister wollen nun abklären, wann welche Räume in den einzelnen Kommunen für die Gesundheitslotsen genutzt werden könnten. Später, sagt Brunner, sei auch denkbar, ein Beratungsmobil anzuschaffen.

Ziel des Gesundheitsnetzwerkes ist es laut Gruppenvorsitzendem Ulrich Korn, "die medizinische Grundversorgung in den Kommunen zu stabilisieren und zu vernetzen, vorhandene Strukturen zu vernetzen und die Mobilität sowie Effektivität zu erhöhen". Dazu solle beispielsweise auch eine Veranstaltungsreihe zu den Themen Gesundheitsvorsorge, Pflege und Ernährung organisiert werden sowie im Juni ein Gesundheitstag am Jersleber See stattfinden. Im Dezember 2013 hat sich zudem der Verein Gesundheitsnetzwerk Barleben und Niedere Börde gegründet.

Ansprechpartner ist Ulrich Korn, E-Mail: kontakt@apotheke-barleben.de