Das Wolmirstedter Museum auf der Schlossdomäne stellt wieder zeitgenössische Kunst zur Schau. Seit Dienstag Abend sind Fotografien von Joachim Hoeft und Skulpturen von Barbara Hoeft zu betrachten.

Wolmirstedt l Barbara und Joachim Hoeft sind ein Ehepaar und das sieht man ihrer Kunst deutlich an. Obwohl Barbara Hoeft Steine behaut und Joachim Hoeft fotografiert, korrespondieren ihre Werke sehr stark miteinander. Die Wirkung von Fotografien und Steinen geht von klaren Linien sowie dem Spiel zwischen Licht und Schatten aus.

"Mir gefallen die klare Aufteilung der Bilder und die reduzierten Formen der Skulpturen sehr gut", sagt Elisabeth Heinemann, eine der zahlreichen Besucherinnen der Vernissage.

Es ist das zweite Mal, dass sich das Wolmirstedter Museum zeitgenössischer Kunst widmet. Im vergangenen Jahr wurden die Zeichnungen des bereits verstorbenen Chemnitzer Künstlers Armin Forbrig gezeigt, nun präsentieren sich die Hoefts aus Haldensleben. Museumsleiterin Anette Pilz mag das Moderne inmitten des Museums, wo soviel Altes bewahrt wird. "Wir zeigen hier Werke, die immer schöner werden, je öfter man sie betrachtet", sagt sie, "die bei jedem Blick einen neuen Reiz herzeigen."

Joachim Hoeft (59) hält Details von Architektur mit der Kamera fest. "Für mich sind moderne Museen, Kongresszentren, Banken und Geschäftshäuser voller Überraschungen", sagt der Fotograf, "beim Betreten eines Gebäudes steht für mich die Frage, was hat sich der Architekt einfallen lassen und wie bewährt sich die Idee im Licht."

So zeigen seine Bilder filigrane Stahlträger, die tonnenschwere Lasten stemmen, leere Wände, deren Fläche nur durch einen Heizkörper gebrochen wird. Joachim Hoeft mag die Schatten, die von Säulen, Vorsprüngen oder Gerüsten geworfen werden, sie werden Teil der Bildkomposition.

Barbara Hoeft braucht für ihre Kunst Kraft. "Manchmal habe ich Blasen an den Händen", sagt sie. Die Steine, die sie behaut, schenkt ihr ein Steinmetz. "Es sind Steine, die schon einmal verbaut waren, die niemand mehr haben möchte." Sie waren Zaunpfosten oder Mauerteile. Manchmal hat der Rost der Beschläge braune Spuren hinterlassen, Spuren, die Barbara Hoeft in ihre Werke mit einarbeitet.

"Am Anfang habe ich mit Speckstein gearbeitet", schaut die 58-Jährige zurück, "aber dann hat ein Freund einen Sandstein gebracht." Dafür haben ihr zunächst das richtige Werkzeug und auch die richtige Technik gefehlt. Das Rüstzeug hat sie schließlich in Workshops und bei einem befreundeten Bildhauer bekommen. "Am Anfang hat der Stein mit mir gemacht, was er will", gesteht sie, "aber inzwischen gebe ich ihm die Form."

Barbara und Joachim Hoeft sind beide Lehrer für Mathematik und Kunsterziehung. Inzwischen arbeitet Joachim Hoeft in der Verwaltung des Landkreises und Barbara Hoeft in der Schulaufsicht des Landes Sachsen-Anhalt.