Mit einer Feierstunde ist in Ackendorf an die Gründung der Feuerwehr vor 80 Jahren erinnert worden. Mit persönlichem Einsatz haben die Kameraden in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht.

Ackendorf l "Wir können uns mit dem Gerätehaus und den Kameraden sehen lassen", schätzte Ackendorfs Ortsbürgermeister Martin Plate anlässlich der Feierstunde zum 80-jährigen Bestehen der Ackendorfer Feuerwehr ein. Wieviel die Kameraden in den vergangenen acht Jahrzehnten geleistet und erreicht haben, hatte Mathias Stempor als Vorsitzender des Feuerwehrvereins eindrucksvoll in einem Rückblick aufgezeigt. So war nicht nur die Gründung der Wehr am 25.März 1934 ein Höhepunkt, sondern auch die Anschaffung der ersten Kleinmotorspritze ein Jahr später für knapp 3000 Reichsmark, was heute etwa 12000 Euro entspricht.

Bei den Fahrzeuganschaffungen nach 1990 warteten die Ackendorfer Kameraden nicht nur, dass Geld aus irgendwelchen Fördertöpfen floss. So finanzierten sie beispielsweise zwei Mannschaftstransportfahrzeuge mit privaten Mitteln, und auch das Tanklöschfahrzeug rollte 1999 in die Garage, weil private Gelder flossen. Beim Umbau der Fahrzeuge legten die Feuerwehrleute ebenso Hand an wie seit dem Einzug in ihr Gerätehaus. Seit 1999 sind durch Eigenleistungen schon manche Umbauten erfolgt, nicht zuletzt, um Platzprobleme zu lösen. Zuletzt standen die Renovierung des Feuerwehrhauses und die Errichtung des Vordaches an.

Im 366 Einwohner zählenden Ackendorf ist die Feuerwehr eine Institution, wie auch die Zahlen von Ortswehrleiter Falko Reinecke belegten. 2013 hatte die Wehr 55 Mitglieder. Neben den 21 aktiven Kameraden (davon sechs Frauen) werden 17 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und neun Mitglieder in der Kinderfeuerwehr an die Aufgaben im Brand- und Katas- trophenschutz herangeführt. Die Kinder- und Jugendarbeit hat Vorbildwirkung für die gesamte Hohe Börde, wie Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel und Gemeindewehrleiter Axel Klitschke betonten. In der Alters- und Ehrenabteilung sind acht Mitglieder vereint.

Das vergangene Jahr geht mit fünf Einsätzen in die Chronik ein, drei davon standen ganz im Zeichen des Hochwassers an Elbe und Ohre. Und genau das wirkte auch bei der Feierstunde noch nach. Innenminister Holger Stahlknecht, der der Einladung aufgrund von Terminüberschneidungen nicht folgen konnte, hatte Mathias Stempor gebeten, als Repräsentant des Innenministeriums die Fluthelfernadeln an die Ackendorfer Helfer zu übergeben.

Neben den Einsätzen im Ernstfall opfern die Ackendorfer Feuerwehrleute einen Großteil ihrer Freizeit auch für die Ausbildung und die Mitgestaltung des kulturellen Lebens in Ackendorf. Teilweise auch in Einheit mit dem 2008 gegründeten und heute 40 Mitglieder zählenden Feuerwehrverein. Mathias Stempor nannte den Begriff "Feuerwehr" ein Synonym für die Solidarität innerhalb einer Gesellschaft - und das ist auch in Ackendorf so. Überzeugen kann sich jeder davon auch beim Tag der offenen Tür, den die Kameraden für Ende Juni planen.

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