Vertreter der Schlüsselgruppen des Demografie-Netzwerkes Barleben-Niedere Börde haben nach etwas mehr als einem Jahr Arbeit erste Ergebnisse und nächste Ziele präsentiert. Standortvorteile sollen genutzt und Wohnraum für junge Familien gestellt werden.

Dahlenwarsleben l Möglichst gefördert von Bund und Land und teilfinanziert von den Gemeinden wollen die Mitwirkenden des Demografie-Netzwerkes Barleben-Niedere Börde ihre nächsten Ziele angehen. In der Grundschule in Dahlenwarsleben zogen Vertreter der neun Schlüsselgruppen sowie der Steuerungsgruppe des Netzwerkes am Mittwochabend Bilanz über die Ergebnisse ihrer Arbeit seit Januar 2013. Welche Schritte die Gruppen als nächstes gehen wollen, war ebenfalls Thema.

In Standortanalysen wurden die Stärken und Schwächen der einzelnen Kommunen herausgearbeitet und daraus spezifische Ziele entwickelt, auch im Hinblick auf die Prognose für die jeweilige Bevölkerungsentwicklung. Das Stichwort laute jedoch interkommunale Kooperation, wie Ernst Panse erläuterte, der neben Johannes von Korf Projektmanager des Netzwerkes ist. Zusammen mit den beiden Bürgermeistern der Einheitsgemeinden und den Gruppenleitern gehören sie der übergeordneten "Steuerungsgruppe" an.

In Ebendorf beispielsweise, berichtete Panse, sei die Auslastung der Sportanlagen durch die Mitnutzung umliegender Ortschaften das Kernziel. Der Ausbau als Kultur-standort stehe wiederum in Groß Ammensleben an erster Stelle. Ein Engpass bestehe in allen Gemeinden hinsichtlich bezahlbaren Wohnraums für junge Familien.

Joachim Hoeft von der Kreisverwaltung gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte der Schlüsselprojektgruppe "Engagement Drehscheibe". Unter anderem sollen Lotsen zum Einsatz kommen, die dabei helfen, beispielsweise Seniorenbesuchsdienste einzurichten. Die Gruppe "Mobilitätszentrale" will die Erreichbarkeit von und die Mobilität zwischen den Gemeinden verbessern und dabei den Fokus auf die Sportvereine setzen. Erfolgreiche Pilotprojekte wie das Mitfahrnetzwerk sollen weitergeführt werden.

Ziel- und altersgerechte Veranstaltungen zu organisieren, hat sich die Gruppe "Mehrgenerationenzentrum" auf die Fahne geschrieben. Ein Förderverein unterstützt die Gruppe. "Ein Trauerstammtisch wurde bereits eingerichtet. Ein Pflegestammtisch ist in Planung", informierte Wolfgang Buschner, Vorsitzender des Vereins.

Die "Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung" plant, eine Praktikumsplattform zu schaffen, auf der Schüler und Firmen zusammenfinden, "um künftige Fachkräfte in der Region zu halten und um Schülern die verschiedenen Berufsbilder näherzubringen", erklärte Sven Fricke, Leiter des Unternehmerbüros Barleben.

Das "Gesundheitsnetzwerk" will Beratungsstellen einrichten und ebenfalls Lotsen einsetzen. Diese sollen in den Kommunen Sprechtage anbieten und die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bürger ermitteln. Die Gruppe "Bildungslandschaft" wiederum hat Porträts aller Schulen erstellt und will künftig die Zusammenarbeit und Kommunikation unter den Einrichtungen stärken.

Auf einer ersten gemeinsamen Tagung haben sich auf Initiative der Gruppe "Kinderbetreuung" alle Leiterinnen der Tagesstätten kennengelernt und ausgetauscht. Sie wollen künftig enger zusammenarbeiten. Die Gemeinden und das Europäische Bildungswerk unterzeichneten zudem eine Absichtserklärung zum Ausbau und zur langfristigen Sicherung der Kinderbetreuung. Eine Image-Kampagne für die Gemeinden will die Gruppe "Standortmarketing" entwickeln. Für den 29. Juli ist ein Demografie-Fest am Jersleber See geplant.

Auf einem "Familienportal" im Internet sollen später alle Schlüsselprojektgruppen des Demografie-Netzwerkes sowie Ansprechpartner und Angebote zu finden sein.