Im Morgennebel durchkämmten am Sonnabend die Nordgermersleber Angler die Ufer an den Brumbyer Teichen. Nach einem Jahr Angelverbot freuen sie sich auf die neue Saison.

Brumby l Jede Menge Gestrüpp und ausladende Äste der in die Jahre gekommenen Pappeln und Weiden hatten die Ufer erobert. Die Böschung am Südwestufer war aufgeweicht, auf der Seite gegenüber hatte ein Landwirt die Uferbereiche durchfurcht. "Das muss korrigiert werden, wir erledigen heute unseren Teil und richten alles so her, dass hier ein vernünftiges Angeln möglich ist. Wir stutzen die Bäume, räumen Wildwuchs beiseite. Müll gibt es hier Gott sei Dank kaum", erzählte Bernhard Zapfe, in den 1980er Jahren Vorsitzender der Nordgermersleber Angelsportgruppe, die zum Haldensleber Angelverein gehört. Die Gemeinde hatte dem Verein einen Multicar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ein Jahr lang hatte nicht eine einzige Angel in den zwei Brumbyer Teichen gehangen. Die Petrijünger hatten nach dem Abfischen der knapp einen Hektar großen Gewässer einen neuen Fischbestand eingesetzt. "In diesem Jahr wollen wir mal schauen, wie sich der Besatz entwickelt hat. Bestandskontrolle heißt das im Anglerjargon", berichtete Zapfe.

Karpfen, Schleie, Plötzen und Rotfedern tummeln sich unter der Oberfläche. "Wir wollen auch noch einen Hechtbestand einsetzen", ergänzte der frühere Nordgermersleber Dorfdoktor und ambitionierte Naturfreund, der seit seinem zwölften Lebensjahr angelt. Er liebt an seinem Hobby die Ruhe und Entspannung. "Das ist wie autogenes Training. Doch es gibt verschiedene Angelertemperamente: Der eine lässt sich einfach nur die Sonne auf den Brauch brennen, der andere geht mit der Stippe auf Kleinfische, wieder andere gehen mit Blinkern auf Raubfisch oder versuchen es bei der Flugangelei mit künstlichen Fliegen. Die Leidenschaft für die Natur und den Fisch verbindet uns alle und dafür ist auch Arbeit nötig", erzählte Zapfe.

Vier Mal im Jahr rückt die 80 Mitglieder starke Angeltruppe zum Arbeitseinsatz aus. Sie kümmern sich neben den Brumbyer Angelgewässern auch um die Teiche in Hakenstedt, Groppendorf und Nordgermersleben. Ihre Mitglieder kommen aus der ganzen Umgebung, selbst Magdeburger sind dabei. Derzeit baut die Ortsgruppe eine Jugendabteilung auf, sechs Kinder haben das Hobby für sich entdeckt und auch zwei Frauen machen mit. Als Mitglied im Landes-Anglerverband profitiert die Nordgermersleber Ortsgruppe vom Gewässerfonds des Landesverbandes. Ihre Mitglieder dürfen in jedem Wasser fischen, das von dessen Mitgliedern bewirtschaftet wird. Dafür können Mitglieder aus anderen Ortsvereinen auch im Nordgermersleber "Revier" die Köder auswerfen.