Es darf wieder nach Herzenslust gewandert werden. Die AG Tour gibt einen Rahmen vor, aber wie mittlerweile gewohnt beim großen Gemeindewandertag soll vor allem zwangloser Genuss von Natur und Naturgeschichte um Dorn und Born geboten werden.

Sommersdorf l Einen Monat vor der Neuauflage der beliebten "Völkerwanderung" geben die Organisatoren von der Sommersdorfer AG Tour Einblick in die Planungen für den nun schon vierten Gemeindewandertag. Denn abermals nimmt die Veranstaltung gezielt einen inhaltlichen Faden auf, dem am 18. Mai gefolgt werden kann. "Nachdem wir im vorigen Jahr in Sommerschenburg auf historischen Spuren gewandert sind, wollen wir in diesem Jahr nun Marienborn für unsere interessierten Gäste erlebbar machen", kündigt Inka Schröder an. AG-Kollege Reinhard Duckstein ergänzt: "Insbesondere möchten wir die Entdecker unserer Kulturlandschaft auf die Zeugnisse der Bewohner unserer Region aus der Zeit vor 5000 bis 3000 Jahren aufmerksam machen."

Wanderweg Nummer 25, der so genannte Räuberhauptmannsrundweg, wird dafür der Leitpfad sein. Ausgangspunkt ist zunächst die Orangerie an der Marienborner Hauptstraße, wo um 10 Uhr der Startschuss gegeben wird. "Dort erfolgt die einführende Ansprache und gibt es alle Unterlagen wie Wander- und Stempelkarte sowie ein Informationsblatt zu den Erinnerungspunkten entlang der Route", erklärt Inka Schröder. Erste Anlaufstation ist dann die Marienkapelle, auskunftsfreudig betreut von den Mitgliedern des örtlichen Wallfahrtsvereins.

Archäologe informiert über uralte Grabstätten

"Von dort führt der Weg weiter über den Ziegenberg, durch den ehemaligen Klosterpark zur Räuberhöhle", beschreibt Reinhard Duckstein die nächsten Zielpunkte, "und über den Fleischerberg gelangen wir zum herrlich gelegenen Waldkindergarten Marienborn, dann entlang der Waldkante hin zum Bierweg, welcher uns mitten durch die Hügelgräber der Bronzezeit und die Megalithgräber der Jungsteinzeit führt." Dort, im geschichtsträchtigen Bischofswald, gibt es fachmännische Ausführungen zu den Jahrtausende alten Geheimnissen der Stätte: "Ein Archäologe wird uns begleiten und am geöffneten Steinkistengrab erläutern, was die Grabung ans Tageslicht brachte oder wie es unter den Opfersteinen aussehen könnte", so Duckstein. Darüber hinaus wird am Wandertag auf dem Rastplatz am Sühnekreuz eine neue Informationstafel eingeweiht, "damit sich Besucher die Bedeutung dieses Areals künftig auch selbst erschließen können".

Über den Rodenberg, vorbei an den Ausläufern des Harbker Forsts mit Twölftemühle und Bullespring, schlägt die Rundstrecke schließlich den Bogen zurück nach Marienborn bis in den Klostergarten, wo die in den Wandertag eingebundenen Vereine der Gemeinde Imbiss und Getränke servieren. Hier gibt es für die ausgefüllte Stempelkarte auch die neue Sammelplakette mit dem Motiv des vierten Gemeindewandertages. Außerdem wird eine Infostelle zum Thema Marienborn eingerichtet, bestückt mit einigen archäologischen Funden aus der Umgebung.

"Wir heißen natürlich wieder alle Einwohner unserer drei Dörfer sowie interessierte Gäste aus den umliegenden Lappwald- und Allertalgemeinden willkommen und würden uns über eine rege Beteiligung sehr freuen", sagt Inka Schröder. "Es soll ein erlebnisreicher Tag werden, ob man nun in der großen Gruppe oder individuell wandert, radelt oder kutscht." Angesichts der bisherigen Resonanz sei man überaus zuversichtlich, ein weiteres kulturelles Glanzlicht setzen zu können.