Erika Tholotowsky, Bürgermeisterin der Niederen Börde, hat 26 Millionen Euro gewonnen. Allerdings nur im Rahmen eines Theaterstücks, das zum Ostercafé aufgeführt wurde.

GroßAmmensleben l Auch das zweite Ostercafé, zu dem die Theatergruppe aus Groß Ammensleben am Ostermontag auf das Gelände der Firma Tiedge im Holzweg eingeladen hatte, war wieder sehr erfolgreich. Vor dem Theaterstück "Der Lottogewinn" gab es ein Vorprogramm.

Nach der musikalischen Eröffnung durch Elisabeth und Michael Löderbusch von der katholischen Gemeinde, die mit den Besuchern Frühlingslieder anstimmten, bewiesen die beiden Mitglieder der Theatergruppe Doreen Katzorke, von Beruf Kindergärtnerin, und Hausmeister Mario Kuchta gesangliches Talent. Höhepunkt war zweifellos ihr Duett "Weit übers Meer", ein Hit der Gruppe Santiano.

Viel Spaß hatten die über 100Besucher auch an der witzigen Performance des Liedes "Ich möchte eine Nacht im Kaufhaus eingesperrt sein". Sprechstundenhilfe Kerstin Hoppe und Verwaltungsangestellte Hildburg Kaufmann konnten hier den Traum vieler Frauen ausleben. Beide spielten kurze Zeit später in dem Drei-Personen-Stück "Der Lottogewinn" mit. Viele Gäste nutzten die Pause, um sich am großen Kuchenbuffet zu bedienen.

Und dann war es endlich soweit. Die in der Werkhalle provisorisch eingerichtete Bühne wurde zum Arbeitsamt. Hier "regierte" Frau Wagner, cool gespielt von Kerstin Hoppe. Sie hatte einen ganz besonderen "Job" zu vergeben. Den ergatterten zwei schon etwas betagte Damen, die zur Finanzierung ihres geliebten Eierlikörs dringend Geld benötigten. Dass sie einen Lottogewinn in Höhe von 26 Millionen Euro zu überbringen hatten, machte das Duo nur kurze Zeit sprachlos. Witzig und spritzig sinnierten Berta (Monika Bednarz) und Ilse (Hildburg Kaufmann), was sie selbst mit dem Geld machen würden. Was ihnen da alles einfiel, wurde vom Publikum mit viel Gelächter und Beifall aufgenommen.

Stückeschreiberin Monika Bednarz hatte nämlich viele heimliche und unheimliche Wünsche der Groß Ammensleber aufgegriffen. Beheizte Bänke, ein Hafen, ein großes Hotel, Disco und Polizeistation waren noch die realistischsten Träume. Abgefahrener dagegen der Wunsch, endlich das unter der Domäne versteckte Bernsteinzimmer freizulegen, George Clooney einzuladen oder ein Shuttle zum Fleischer nach Gutenswegen einzurichten. "Aber weißt du was, dafür ins Gefängnis gehen - ach nein!", meinte Berta und öffnete mit großem Gewese den Umschlag mit dem Namen des Gewinners.

Die Spannung stieg. "26Millionen gewinnt die stärkste Frau der Niederen Börde, unsere Bürgermeisterin Erika Tholotowski", rief Ilse unter tosendem Beifall. Da die Chefin selbst nicht anwesend war, wurde nach einem Vertreter Ausschau gehalten und in Rüdiger Pfeiffer gefunden. Der durfte wie alle anderen nur einen Blick in den Millionen-Koffer werfen, bevor der wieder verschlossen wurde. "Endlich müssen wir nicht mehr neidisch nach Barleben schielen", waren sich alle einig. Denn dass ihr Ortsoberhaupt das Geld nicht für sich behält, war die große Hoffnung, mit der das Stück endete.

Wie immer waren die Einnahmen des Theatercafés für einen guten Zweck vorgesehen, diesmal für das Kinderfest am 1. Juni.

 

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