Wolmirstedt l Die Firma Papenburg möchte am Standort Farsleben die Anlage für mineralische Abfälle, Boden und Baggergut verlegen. "Dort, wo sich die Anlage jetzt befindet, wollen wir künftig Sand abbauen", sagt Betriebsleiter Carlo Hinze. Die Anlage soll 6,9Hektar groß sein und sich über die Gemarkung Farsleben und Colbitz erstrecken.

Den Lieferverkehr dieser Anlage übernehmen rund 20Sat- telschlepper pro Tag. Diese Zahl besorgt den Farsleber Ortschaftsrat, zumal der gesamte Verkehr der Firma Papenburg und auch des Recyclinghofes ständig über Farsleben beziehungsweise Neu-Mose fährt. "Das ist für die Anwohner eine große Belastung", bestätigt Helga Steinig, Ortsbürgermeisterin von Mose. Sie wurde über das Vorhaben erst in der vergangenen Woche schriftlich informiert und deshalb hat Moses Ortschaftsrat das Thema noch nicht behandelt.

Der Farsleber Ortschaftsrat hat sich hingegen mit der Problematik beschäftigt. "Wir fordern, dass die von Papenburg geplante Betriebsstraße zeitnah gebaut wird", sagt Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß. Klaus Mewes (UWG) geht noch einen Schritt weiter und verlangte im Hauptausschuss, dass die Betriebsstraße ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme der Anlage fertig zu stellen sei und die Stadt diese Frist in ihre Stellungnahme einarbeiten solle.

Mehr als diese Stellungnahme kann die Stadt zu dem Verfahren nicht beitragen. Genehmigungsbehörde für diese Anlage ist der Landkreis.

Auf Volksstimme-Nachfrage beruhigt Carlo Hinze, Betriebsleiter der Farsleber Niederlassung der Firma Papenburg, die Gemüter. "Wir betreiben diese Anlage schon lange, wollen nur deren Standort verlagern. Daher wird es kein zusätzliches Verkehrsaufkommen geben." Die besagten 20 Sattelschlepper gehören laut Hinze schon lange zum täglichen Verkehr.

Für den Ruf nach einer Betriebsstraße zeigt er Verständnis. "Sie soll im kommenden Jahr im August oder September fertig sein", so Hinze. Diese Straße soll von der Firma Papenburg bis zur B189 führen, bei Colbitz an der Auffahrt zur Autobahnbrücke auf die Bundesstraße stoßen.

Den Farsleber Ortschaftsrat plagen außer dem Schwerlastverkehr noch weitere Bedenken, und zwar, dass durch den Einsatz eines Prallbrechers die Lärmbelästigung steigt. Dieser Prallbrecher zerkleinert das Gut. "Wir bereiten die ankommenden Abfälle so auf, dass sie anschließend wieder verkauft und beispielsweise im Straßenbau eingesetzt werden können", erklärt Carlo Hinze. Dieses Zerkleinern mittels des Prallbrechers erfolgt allerdings ebenfalls schon lange. "Die mobile Anlage steht ein bis zwei Mal bei uns und arbeitet etwa vier Wochen", so der Betriebsleiter weiter. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Eine Dauerbelastung, wie von den Ortschaftsräten befürchtet, soll es nicht geben. Das nächste Mal wird der Prallbrecher vorraussichtlich im Oktober kommen. Die Betriebszeit läuft von Montag bis Sonnabend in der Zeit von 6bis 22 Uhr. "Wir hoffen, dass die Immissionsrichtwerte von 55Dezibel eingehalten werden", sagt Rolf Knackmuß.

Nach bisherigen Erkenntnissen werden bei der Anlage weder die Richtwerte für Lärm noch für Staub überschritten. Sollten beim Abkippen, Umlagern oder Behandeln erhöhte Staubentwicklungen auftreten, ist die Firma Papenburg verpflichtet, die Fahrwege und Halden zu befeuchten.

Der Ortschaftsrat Mose wird am Montag Abend zu einer außerordentliche Sitzung zusammenkommen und eine Stellungnahme erarbeiten. Da an diesem Genehmigungsverfahren die Öffentlichkeit nicht beteiligt werden muss, wird diese Sitzung nichtöffentlich sein.

 

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