Meitzendorf l Nichts erinnert mehr in der Neuen Bahnhofstraße daran, dass auf dem geräumigen Grundstück Nummer 6 am Sonnabend eines der größten Volksfeste der vergangenen 1075 Jahre gefeiert wurde. Auch die Hausherren und Eigentümer - Bauer Joachim Dorendorf und seine Frau Cornelia - gehen seit Montag wieder ihrer eigentlichen Arbeit nach.

Das heißt im Fall des Bauern Dorendorf, auf einer Fläche von 315 Hektar, auf der Winterweizen angebaut wird, spritzt er mit moderner Technik Insektenschutzmittel gegen Läuse. Die Zeit drängt, die Ernte steht ins Haus. Außerdem wollen Gerste, Roggen und Raps umsorgt sein, lassen auf 1125 Hektar auch Erbsen, Zuckerrüben und Mais nicht lange auf sich warten.

Der Alltag der Familie Cornelia und Joachim Dorendorf war aber in den vergangenen Wochen nicht weniger stressig. Im Gegenteil, aber er hatte mit der Arbeit eines Landwirtes nur wenig zu tun. So wurde die große Mehrzweckhalle mit 1000 Quadratmeter Stellfläche, wo sonst die Erntetechnik abgestellt ist, in einen Konzertsaal umgestaltet. Außerdem musste der Hof, der gut die Zehnfache Ausdehnung hat, bis zum 14. Juni so hergerichtet werden, dass eines der größten Volksfeste der vergangenen Jahre professionell über die Bühne gehen konnte.

Wer zu den Hunderten Gästen gehörte, die am Sonnabend zu der 1075-Jahr-Feier von Meitzendorf in die Neue Bahnhofstraße 6 kamen, kann bestätigen, hier wurde ganze Arbeit geleistet, waren die Dorendorfs gute Hausherren. Doch der Bauer winkt bescheiden ab: "Es ist zwar richtig, dass wir unseren Hof zur 1075-Jahr-Feier zur Verfügung und auch keinem die Betriebskosten in Rechnung gestellt haben. Dass aber das Fest zu einem nachhaltigen Spektakel wurde, daran haben unzählige fleißige Helfer neben den Mitarbeitern des Wirtschaftshofes der Gemeinde ihren Anteil. Auch nur deshalb fanden Künstler und Schausteller beste Bedingungen vor, musste die Geburtstagsfeier einfach gelingen."

Bleibt die Frage zu beantworten: Was bewegte Joachim Dorfendorf, sich so "spendabel" zu zeigen? Ein zweites Mal winkt der Bauer ab: "Es ist gewissermaßen ein Nehmen und Geben." Was der Meitzendorfer damit sagen will: "Als Landwirtschaftsunternehmen sorgen wir vor allem in der Erntezeit für viel Staub, Krach und Lärm. Doch nie ist ein böses Wort gefallen, finden wir in der Bevölkerung großes Verständnis. Da meine ich, da stehen wir mit unserem Unternehmen in der Pflicht."

Übrigens, die 1075-Jahr-Feier ist zwar bis dato die größte "Dankeschön-Veranstaltung", aber bei weitem nicht die einzige bei Familie Dorendorf. So waren sie 2010 erstmals Gastgeber für das Scheunenfest, empfangen seit Jahren im September zum Erntedank die Kita-Kinder zu einer Heimatstunde auf dem Hof, haben sie aber auch oft den Feuerwehrnachwuchs zu Gast, der hier den Ernstfall" proben können...