Glindenberg l Hans-Jürgen Schubert ist mit seiner Mutter auf den Glindenberger Friedhof gekommen, um das Grab seiner Angehörigen zu pflegen. Dazu gehört auch, dass die Blumen gegossen werden. Ein wenig Wasser gibt die alte Pumpe noch her, jedoch längst nicht genug. Besonders akut war der Wassermangel während der Hitze zu Pfingsten, als die Pflanzen stärker dürsteten als gewöhnlich. "Viele haben Wasser von zu Hause mitgebracht", sagt der Glindenberger Ortsbürgermeister Alfons Hesse (CDU), "doch das kann nicht die Lösung sein, zumal es heute Gang und Gäbe ist, dass Gräber mit Blumen bepflanzt werden, die regelmäßig Wasser benötigen." Hinzu kommt, dass der Pumpenschwingel schwer zu bedienen ist. "Meine Mutter schafft das nicht mehr allein", sagt Herr Schubert.

Verantwortlich ist der Eigenbetrieb Wirtschaftshof. "Das Problem ist uns seit dem Frühjahr bekannt", sagt Eigenbetriebsleiter Wilfried Frenkel. Warum genau der Brunnen nicht mehr genug Wasser hergibt, haben die Mitarbeiter des Eigenbetriebes noch nicht herausgefunden. "Es gibt auch gar keine Unterlagen über diesen Brunnen", so Frenkel. Als Erste-Hilfe-Maßnahme hat der Eigenbetrieb einen Tankwagen auf den Friedhof gestellt.

Wie lange diese Notlösung Bestand haben muss, kann Frenkel noch nicht sagen, ebenso wenig, wie das Problem gelöst werden kann. "Wir überlegen, ob wir die Pumpe erneuern", sagt der Eigenbetriebsleiter, "oder ob wir einen Hauswasseranschluss durch den Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ) auf den Friedhof legen lassen."

Doch selbst wenn sich für eine Lösung entschieden wird, bleibt die Frage der Bezahlung und der Zuständigkeit. "Der Friedhof ist Eigentum der Kirche und wir können nicht einfach auf fremdem Grund und Boden investieren", macht Wilfried Frenkel deutlich.

Dieter Lomberg, Vorsitzender des Glindenberger Gemeindekirchenrates, weiß, dass vor über zehn Jahren Verträge mit der Stadt geschlossen wurden, in denen die Nutzung des Friedhofes mit allen Rechten und Pflichten auf die Stadt übertragen wurde. "Lediglich bei größeren Veränderungen, wie dem Einreißen einer Mauer, möchten wir gefragt werden", sagt Lomberg, "aber wenn es um Maßnahmen geht, die die Wasserversorgung betreffen, würden wir natürlich zustimmen." Zahlen müsste demnach die Stadt.

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