Bebertal l Dokumente erzählen Dorfgeschichte. Eine Ablichtung der "Geburtsurkunde" von Alvensleben erinnert an die urkundliche Ersterwähnung des heutigen Ortsteils von Bebertal im Jahre 964.

Ein erst jüngst auf dem Boden von St. Godebert entdeckter Sandstein mit eingemeißelter Inschrift aus dem Jahre 1616 erinnert an die Vorgängerkirche der Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten Taufkirche. "Es ist die wohl älteste in Stein gehauene Inschrift unseres Dorfes", unterstrich Pfarrer i.R. Wolfram Steinacker, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins von St. Godebert ist.

An seiner Seite freute sich Andreas Wellmann, der Vorsitzende des Heimatvereins, über die vielen Gäste und erinnerte an die zahlreiche Leihgaben der Bebertaler, mit deren Hilfe und dank des Engagements vieler Mitglieder des Heimatvereins die historische Ausstellung erst möglich geworden war.

Erinnern an das einstige Dönstedt und Alvensleben

"Vor gut einem Jahr haben wir mit den Vorbereitungen intensiv begonnen. Unsere Vereinsmitglieder haben Unmengen von Material gesichtet, geordnet, vergrößert und den thematischen Tafeln zugeordnet. Auf das Ergebnis können wir stolz sein. Wir denken, der eine oder andere Besucher wird sich beim Anblick an seine Kinder- und Jugendzeit erinnern und auf den Fotos Menschen wiedererkennen, an die er lange nicht mehr gedacht hat."

Die gut arrangierten Ausstellungstafeln widmen sich der landwirtschaftlichen Geschichte, den Schulen, den Dorfjubiläen wie der legendären 1000-Jahr-Feier 1964. Sie zeigen Aufnahmen von Schulklassen, Jugendweihe- und Konfirmationsfeiern, erinnern an vergangene und an bestehende Sehenswürdigkeiten des an den Ausläufern des Flechtinger Höhenzuges gelegenen Dorfes. Historische Postkarten zeigen Dorfansichten, die es heute gar nicht mehr oder mit verändertem Antlitz gibt. Dokumente berichten vom Alltagsleben von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit der DDR. Dazu gehören unter anderem Rechnungen aus dem Alvensleber Sandsteinbruch (1931) und von Richard Laues Kapellmühle zu Alvensleben, Quittungen des Gemeindekirchenrates von 1888, ein Versicherungsschein von 1932, ein Führungszeugnis von 1907 oder eine notarielle Beglaubigung von LPG-Vertretern mit dem Hammer-Sichel-und-Ährenkranz-Stempel. Wolfram Steinacker stellte ein liebevoll arrangiertes Faltblatt über die Besonderheit der Tauf- und Radfahrkirche St. Godebert vor.

An die 40 Schaulustigen wohnten der Eröffnung bei und plauderten bei einem Gläschen Sekt noch lange über die gesehenen Eindrücke.

Die Schau ist bis zum Sonntag täglich von 15 bis 17 Uhr zu sehen. Auch andere Termine können mit Wolfram Stein- acker vereinbart werden.

Kontakt unter Telefon 039062/402