Gleich mehrere Partner unterstützten die Zielitzer Ganztagsschule "Werner Seelenbinder" bei ihrem Verkehrssicherheitstag. Dazu gehörten die Freiwillige Feuerwehr Zielitz, der ADAC, die Kreisverkehrswacht und das DRK.

Zielitz l Mit heulendem Motor rast ein Opel durch die Zielitzer Bauernstraße. Plötzlich leitet der Fahrer eine Vollbremsung ein. Die Reifen quietschen. Das Fahrzeug steht. Die Türen öffnen sich und aus dem Auto steigen drei sichtlich beeindruckte Schüler der fünften Klassen aus der Zielitzer Ganztagsschule "Werner Seelenbinder".

"Die Kinder sollen erkennen, dass das Angurten und die Kinderrückhaltesysteme im Fahrzeug für die Sicherheit der Insassen unbedingt notwendig sind. Sie lernen bei dieser Aktion, wie wichtig es ist, sich richtig zu sichern", erklärt Günther Helbig. Der Moderator beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt sitzt am Steuer des Autos, das die Kinder bei den plötzlichen Bremsmanövern kräftig in die Sicherheitsgurte drückt.

"Wichtig sind die richtige Einschätzung von Gefahrensituationen, ein gutes Reaktionsvermögen und die Kenntnis grundlegender physikalischer Gesetze."

Beim ADAC-Projekt "Achtung Auto" sollen die Schüler auf ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr vorbereitet werden. "Wichtig sind die richtige Einschätzung von Gefahrensituationen, ein gutes Reaktionsvermögen und die Kenntnis grundlegender physikalischer Gesetze", erklärt Günther Helbig. Deshalb erläutert er den Zielitzer Schülern auch die bestehenden Zusammenhänge zwischen Geschwindigkeit, Reaktionsweg, Bremsweg, der Fahrbahnbeschaffenheit und dem daraus resultierenden Anhalteweg.

Doch das Projekt mit den beiden fünften Klassen ist nur ein Teil des Verkehrssicherheitstages am Donnerstag in der Zielitzer Ganztagsschule. "Wir haben mit der Zielitzer Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz und der Kreisverkehrswacht weitere wichtige Partner für diesen Tag gefunden", erläutert Lehrer Lutz Regener.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zielitz zeigen und erläutern den Schülern ihre Einsatztechnik. In puncto Verkehrssicherheit weisen sie auf die Gefahren hin, die entstehen, wenn sich beispielsweise Radfahrer im toten Winkel des Seitenspiegels befinden und vom Fahrzeuglenker nicht erkannt werden.

Die Schüler staunten, wie schwer die hydraulischen Geräte Schere und Spreizer sind, mit denen die Feuerwehrleute bei Verkehrsunfällen verletzte und eingeklemmte Personen aus den Fahrzeugen herausschneiden. "Bei Verkehrsunfällen kommt es auf jede Minute an", appellierte Wehrleiter Carsten Schwarzkopf an die Schüler. Sollten sie auf einen Verkehrsunfall dazukommen, sind zunächst der Notruf abzusetzen und dann Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.

Wie das geht, zeigten Rettungssanitäter des Deutschen Roten Kreuzes, die zunächst die stabile Seitenlage für die Verletzten und dann Herzdruckmassagen und Mund-zu-Mund-Beatmung demonstrierten.

"So kann man einschätzen, wie sehr Alkoholgenuss die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt."

Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht hatten ihren Fahrradparcours aufgebaut. Die Schüler konnte dabei nicht nur ihre Fahrsicherheit beweisen, sondern ihren Drahtesel auch auf Verkehrssicherheit überprüfen lassen.

Ein besonderes Gaudi, aber mit einem ernsten Hintergrund, war das Tragen der so genannten Rauschbrille. Die Brillengläser verzerren den Blick so, dass damit die Ausfall- erscheinungen bei Alkoholgenuss simuliert werden können. "So kann man ungefähr einschätzen, wie sehr Alkoholgenuss die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt", warnte Dieter Frinken von der Kreisverkehrswacht.

Viele Mädchen und Jungen nutzten die Gelegenheit, eine Fahrt auf einem E-Bike zu unternehmen, das die Kreisverkehrswacht mitgebracht hatte und damit entsprechende Bremsversuche einzuleiten.

Die Angebote stießen auf großes Interesse bei den Schülern. "Deshalb werden wir wohl auch im kommenden Jahr einen Verkehrssicherheitstag organisieren", stellte Lutz Regener in Aussicht.