Das große Dressur- und Springturnier wurde vom Sportverein Kali am Wochenende im Wolmirstedter Küchenhorn ausgerichtet. Rund 150Teilnehmer sind mit 240Pferden gekommen.

Wolmirstedt l Stolze, glänzende Warmblüter prägten am Wochenende das Bild im Küchenhorn. Über den Platz an der Ohre klingt Wiehern, das Hufgetrappel rasender Pferde beeindruckt, die Mähnen der Pferde sind frisch geschnitten oder geflochten, die Reiter zeigen sich konzentriert. Aus Sachsen-Anhalt und den benachbarten Bundesländern sind rund 150 Reiter mit 240Pferden gekommen. Sie wollten sich in den Dressur- und Springwettkämpfen messen. Außerdem wurde der Ehrenpreis der Stadt Wolmirstedt vergeben.

Michel Jöde ist der Gewinner des Ehrenpreises, der von der stellvertretenden Bürgermeisterin Marlies Cassuhn überreicht wurde. Er hat außerdem das L- und das M-Springen gewonnen. L steht für die leichte Klasse, in der Hindernisse bis 1,20 Meter übersprungen werden. In der M-Klasse, der mittelschweren Klasse, werden die Pferde herausgefordert, 1,30Meter zu bezwingen.

Michel Jöde ist 26 Jahre alt und wohnt in Loitsche. Pferde gehören schon in der dritten Generation zur Familie. "Ich bin quasi im Pferdestall groß geworden", sagt der Reiter. Er ist mit drei Turnierpferden angereist, mit Cinus, Alkantina und Quintessa. Mit Alkantina hat er die Siege erritten.

Ausrichter dieses Turniers war die Abteilung Pferdesport des SV Kali, zu der 42 Mitglieder gehören. Abteilungsleiter Bernd Horn saß beide Tage am Mikrophon und erklärte den Zuschauern, was auf dem Parcours gerade geschieht. Die zahlreichen Gäste verfolgten das Turnier aufmerksam, nutzten außerdem reichlich das Kuchen-, Getränke- und Grillangebot. "Wir sind sehr glücklich, dass uns die Stadt Wolmirstedt diesen Platz weiterhin zur Verfügung stellt", sagt Bernd Horn. Und er bedankt sich bei den über 60 Sponsoren, ohne die das Turnier kaum denkbar gewesen wäre.

In Wolmirstedt gibt es bereits seit 85 Jahren Turniere im Küchenhorn. Bernd Horn zeigt das Programmheft eines Reit- und Fahrturniers, das am 28.Juli 1929 ausgerichtet wurde. "Damals wurde dafür der Platz genutzt, auf dem sich heute das Stadion befindet", sagt der Abteilungsleiter. "Damals" konnten die Reiter ihre Utensilien auch noch im Gebäude im Küchenhorn einlagern.

Heute ist Pferdesport eher Privatsache. Das Futter bringen die Pferdebesitzer mit, die Hindernisse gehören dem Verein und werden privat untergebracht. Die Pferde werden auf privaten Parcours trainiert. Die gibt es in Glindenberg , Farsleben, Loitsche oder Jersleben.

"Wer einmal diesen Pferdevirus in sich hat, wird ihn nie wieder los", sagt Bernd Horn. Er ist 54 Jahre alt, züchtet und reitet nach wie vor . "Etwas anderes können sich meine Frau und ich gar nicht vorstellen."

Vor Sina-Sophie Kubiak liegt noch ein langes Reiterleben. Die 15-Jährige Wolmirstedterin hat mit ihrem Pferd Lamborgini die A-Dressur gewonnen. Außerdem blickt sie bereits auf fünf Landesmeistertitel zurück. Auch die Gymnasiastin ist auf dem Rücken der Pferde groß geworden und kümmert sich um drei Springponys.

   

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