Die Hoffnung, dass der Bahnhof der Stadt bald ein Schmuckstück werden könnte, ist in weite Ferne gerückt. Der Umbau der Bahnsteige ist auf den St.Nimmerleinstag verschoben worden. Andererseits wird der Verkauf des Bahnhofsgebäudes vorangetrieben.

Wolmirstedt l Eigentlich sollte am Bahnhof bereits heftig gebaut werden. Im dritten Quartal 2014 sollte die stufenfreie Erschließung beginnen. Das dritte Quartal ist zur Hälfte vorbei und es tut sich nichts. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Die Bahn bestätigt zwar, dass weiterhin am Einbau von Aufzügen im Wolmirstedter Bahnhof festgehalten wird, die Bauausführung allerdings von der Plangenehmigung abhängig sei. "Daher bitten wir um Verständnis, dass wir aktuell noch keinen genauen Termin zum Einbau nennen können", heißt es von der Pressestelle der Bahn.

Um den Bahnhof barrierefrei zu gestalten, will die Bahn eigentlich 2,5 Millionen Euro in die Hand nehmen. Rund 20Meter nördlich von der jetzigen soll eine neue Personenunterführung mit Zugangs- treppen entstehen. Auf dem Bahnsteig 1 und den Mittelbahnsteigen sollen jeweils ein Aufzug eingebaut werden. Dieser Aufwand ist dringend notwendig, da Rollstuhlfahrer in Wolmirstedt auf den Bahnsteigen 2 und 3 nur aussteigen können, wenn ihnen jemand beim Bezwingen der Treppe hilft. Andererseits bleibt ihnen nichts anderes übrig, als bis Zielitz zu fahren, dort umzusteigen, nach Wolmirstedt zurückzufahren, um dann auf Bahnsteig 1 anzukommen. Von diesem Bahnsteig können sie den Bahnhof problemlos verlassen.

Ebenso ungewiss, wie der Baubeginn an den Bahnsteigen, ist die Zukunft des Bahnhofsgebäudes. Es wurde von der Bahn vor Jahren an den Immobiliendienstleister Main Asset Management (MAM) verkauft. Diese Firma hat überall am Bahnhofsgebäude Schilder anbringen lassen. "Bahnhofsgebäude zu verkaufen" steht darauf, ebenso die Kontakt- daten für Interessenten. Weitere Informationen gibt es nicht. "An die Presse geben wir keine Auskunft", heißt es auf Volksstimme-Nachfrage.

Der Stadt wurde das 1047Quadratmeter große Bahnhof schon vor über einem Jahr angeboten, doch die hat kein Interesse und ein Haushaltsloch. Die MAM hat deutschlandweit über 1000 Bahnhöfe aufgekauft. Im näheren Umkreis stehen noch die Objekte in Oebisfelde und Genthin auf der Wiederverkaufsliste.

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