Barleben feierte am Wochenende sein Schützenfest. Dabei ging es aber nicht nur um geselliges Beisammensein, sondern vordergründig um guten Sport. Der Barleber Schützenverein (BSV) 1994 hatte zum 20. Mal seine Majestäten "ausgeschossen" und lud nach dem Festumzug auf den traditionsreichen Festplatz "Am Anger" ein.

Barleben l Das Wetter hat beim Barleber Schützenfest stets ein gewichtiges Wort mitzureden. Ulrich Dürrmann, der seit neun Jahren den Vorsitz des Schützenvereins inne hat, sagt auch, warum: "Einer der Höhepunkte des Schützenfestes ist der große Festumzug, und ich weiß nicht, wie oft Petrus die Barleber Schützen und ihre Gäste zu dieser Stunde im wahrsten Sinne des Wortes hat im Regen stehen lassen."

Das sah beim Jubiläumsfest ganz anders aus, obwohl auch diesmal keiner wirklich trocken ankam. Der Grund: Die Sonne meinte es gut mit den Schützen. Das war am Freitagabend der Fall, als sich der Fackelumzug zum Anger bewegte, das war tags darauf beim Königsschießen der Fall, und dann ganz extrem gegen 14 Uhr, als sich der Festumzug bei gefühlten 30 Grad plus vom Bahnhof aus in Bewegung setzte.

Neben den Majestäten des Vorjahres reihte sich einmal mehr mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) ein prominenter Politiker in den Festumzug ein. "Der Barleber Schützenverein ist ein kultureller Faktor und aus dem gesellschaftlichen Leben der Einheitsgemeinde gar nicht mehr wegzudenken", so der Politiker. Und er war nicht der einzige gern gesehene Gast. So schlossen sich Schützenvereine aus Wolmirstedt und Haldensleben sowie zahlreiche Barleber Vereine dem Umzug an, der in guter Tradition zuerst zum Kriegerdenkmal führte. Mit einem dreifachen Salut wurde der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, bevor der Zug in Richtung Festwiese aufbrach.

Wo sich neben Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) und Landrat Hans Walker (CDU) zahlreiche Ehrengäste zu Wort meldeten. Danach aber gab es im Festzelt kein Halten mehr, wurde bis in die späten Abendstunden ausgelassen gefeiert.

Gründe gab es viele, so Ulrich Dürrmann, "vor allem aber die Proklamation der drei neuen Schützenkönige". Ermittelt allerdings wurden die Majestäten am Sonnabendvormittag. In der Zeit von 8 bis 12.30 Uhr traten die Schützen einzeln an die Ausgangslinie. Die Fenstervorhänge waren geschlossen, anwesend nur neben dem jeweiligen Schützen die beiden Standaufsichten Nico Eggeling und Stefan Pasemann, Mitglieder vom Rottmersleber Schützenverein.

Geschossen wurde mit dem Kleinkalibergewehr, das über ein spezielles Zielfernrohr verfügt. Eine Waffe, wie Pressesprecherin Martina Graeveling erläuterte, die allein zum Königsschießen verwendet und danach wieder eingeschlossen wird, "und den Schlüssel besitzen allein die amtierenden Majestäten".

Um sich die Krone, bei den Frauen, aufzusetzen oder die so begehrte Schützenkette, bei den Herren, umhängen zu lassen, sind zunächst drei Übungs-, danach drei Wertungsschüsse aus 50 Meter Entfernung, stehend aufliegend, abzugeben.

Während die Treffer beim Übungsschießen bekannt gegeben werden, bleibt das Ergebnis der Wertungsschüsse bis zur Proklamation beim Schützenball ein gut gehütetes Geheimnis, das mit drei großen Überraschungen gelüftet wurde. Keines der gekrönten Häupter konnte seinen Titel verteidigen. Letztlich auf den Thron der "Schützenkönige" stiegen Olaf Bense und Katrin Jungmann. Robin Graeveling holte den Titel bei den Jugendschützen. Geehrt wurden an diesem Abend auch die Dorfkönige Lars Henning und Cordelia Kaufmann.

Gestern Vormittag wurden die aktuellen Majestäten stilgerecht in der Kutsche abgeholt und mit Salut gegen 11 Uhr auf der Festwiese am Anger begrüßt.

 

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