Seit einem Jahr verbindet ein Radweg die Ortschaften Groß Ammensleben und Gutenswegen. Das haben Bewohner beider Dörfer mit einem Fest auf halber Strecke gemeinsam gefeiert. Künftig soll der Weg noch weiter begrünt werden.

GroßAmmensleben/Gutenswegen l Die Bewohner aus Groß Ammensleben und Gutenswegen haben am Sonntag das einjährige Bestehen des Radweges zwischen den beiden Ortschaften gefeiert. Und wie zur Einweihung vor zwölf Monaten gab es Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, Gegrilltes und lustige Unterhaltung.

Am Radweg, auf halber Strecke zwischen den zwei Dörfern, an der Brücke über den Röthegraben, standen erneut ein Festzelt, Tische und Bänke und jede Menge Fahrräder. Auch junge Leute mit Kinderwagen hatten sich von beiden Seiten auf den Weg gemacht. Viele Gutensweger und Groß Ammensleber sowie einige Klein Ammensleber feierten auch deshalb den 1676 Meter langen Radweg, weil sie immerhin 19 Jahre darauf warten mussten und die Verbindung inzwischen sehr gut angenommen wird.

"Es gab ja aus Sicherheitsgründen erst Kritik, dass der Weg nicht straßenbegleitend gebaut wurde. Heute sind wir alle froh, dass der Weg sich sehr idyllisch durch das Tal entlang des Grabens schlängelt und fast keine Steigung aufweist. Die steile Straße nach Gutenswegen entlang hätten ältere Bürger nicht so gut bewältigt", sagte Lothar Chelvier, Gutenswegens Ortsbürgermeister, der zusammen mit seinem Amtskollegen aus Groß Ammensleben, Rüdiger Pfeiffer, die zahlreichen Gäste begrüßt hatte.

"Die Bewohner sind durch den Karneval schon immer sehr verbunden, nun sind wir noch enger beisammen."

Astrid Gehrmann, Groß Ammensleben, und Viola Fütterer, Gutenswegen

Tatsächlich habe sich der neue Radweg als ideale Verbindung zwischen den beiden Dörfern erwiesen, wie auch Astrid Gehrmann aus Gutenswegen und Viola Fütterer aus Groß Ammensleber bestätigten. "Die Bewohner sind ja durch den Karneval schon immer sehr verbunden, nun sind wir noch enger beisammen." Und sie hören gar nicht auf, von den Vorzügen des neuen Radweges zu schwärmen. Rentner fahren darauf gern zum Fleischer nach Gutenswegen, Mütter ihre Babys spazieren, Jugendliche nutzen die glatte Piste als Skaterbahn. Außerdem sei die neue Verbindung jetzt Teil einer wunderbaren Radfahr-Route rund um Groß Ammensleben und Gutenswegen.

Lediglich die Ausschilderung fehle noch, wie Erika Tholotowsky, Bürgermeisterin der Niederen Börde anmerkte. Und auch die Begrünung sei noch nicht abgeschlossen. Aber das haben sich schon der Gutensweger Heimatverein und die Theatergruppe aus Groß Ammensleben auf die Fahnen geschrieben. Mit der Einladung zu dem von ihnen gemeinsam organisierten Fest war um Staudenspenden gebeten worden. Viel Grünzeug ist zusammengekommen, das nun zeitnah entlang des Weges gepflanzt werden soll.

Bevor die illustere Gesellschaft auf freiem Feld tüchtig feierte, wurde sie mit einer Fahrrad-Hymne, geschrieben und gesungen von Doreen Katzorke, auf das Fest eingestimmt. Die Texte lagen auf den Tischen aus, so dass nach der Melodie "Ich will immer wieder..." von Helene Fischer aus vielen Kehlen zu hören war: "Lasst uns alle doch mal diesen Radweg fahrn oder einfach mal spazieren gehen, denn hier können wir ne Menge sehn". Allein oder mit Mario Kuchta trat die kleine, quirlige Frau dann noch mehrmals auf.

Zwischendurch strapazierte die Theatergruppe die Lachmuskeln. Deren Leiterin Monika Bednarz schlüpfte zusammen mit Hildburg Kaufmann in die Rollen von Berta und Ilse. Kein Auge blieb trocken, als die eine sich nach einer Annonce, ausgehängt in der Fleischerei, mit einem möglichen Ehekandidaten - gespielt von Ingolf Gehrmann - traf. Später traten "Berta und Ilse" noch mit Kerstin Hoppe als Heilsarmee auf, die die Leute aufrief, dem Alkohol abzuschwören. Dass dies auf taube Ohren stieß, muss nicht betont werden. Bis zum Dunkelwerden wurde auf gute Nachbarschaft angestoßen, bevor sich die Besucher auf dem Radweg in beide Richtungen nach Hause bewegten.

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